DIE DRAHTLOSE INFOGESELLSCHAFT Internationale Experten diskutierten die Zukunft des Mobilfunks

Wien (OTS) - Die wichtigsten Technologien für UMTS, den kommenden dritten Mobilfunkstandard, sind bereits heute vorhanden. Die ersten UMTS-Services werden ab 2002 eingeführt, wobei es zu einem schrittweisen Übergang von GSM zu UMTS kommen wird. Diese Aussagen sind ein Teil der Ergebnisse von Experten-Arbeitsgruppen, die am vergangenen Dienstag anläßlich des Symposiums "Visions of a Wireless Information Society" im Wiener Palais Auersperg die Zukunft der mobilen Kommunikation analysierten. Zu diesem Symposium hatte die MOBILKOM AUSTRIA AG eine Vielzahl von in- und ausländischen Experten geladen. Sie diskutierten die Ergebnisse einer internationalen Delphi-Studie des WIFO und der Akademie der Wissenschaften über die Zukunft der mobilen Kommunikation. Höhepunkt der zweitägigen Veranstaltung war ein Vortrag des US-Visionärs Nicholas Negroponte.

Am Nachmittag des ersten Tages wurden fünf Arbeitsgruppen gebildet, die die mobile Zukunft unter verschiedenen Blickwinkeln analysierten. Dabei ging es nicht nur um technische, sondern auch um wirtschaftliche, gesellschaftliche und regulatorische Aspekte der neuen Mobilfunkgeneration UMTS. Der Übergang von GSM zu UMTS sieht die Mehrzahl der Teilnehmer als schrittweise Entwicklung, wobei der politische Handlungsbedarf bezüglich Frequenzvergabe bereits sehr groß ist. Jedenfalls sprechen sich die Experten dafür aus, den bestehenden GSM-Anbietern auch UMTS-Kapazitäten zuzuteilen.

Arbeitsgruppe 1 beschäftigte sich unter der Leitung von WIFO-Experte Hannes Leo mit "Zukunftsentwicklungen der Informationstechnologie in Österreich, Europa und USA". Wichtigstes Ergebnis ist, daß die notwendigen Technologien für UMTS im Grunde bereits heute vorhanden sind. Den kommerziellen Start sehen die Teilnehmer 2002, in Japan bereits ein Jahr früher. Die Einigung auf ein konkretes Übertragungsformat (Protokoll) steht noch aus, dieses wird jedenfalls dem Internet-Protokoll ähnlich sein. Dadurch werden Service-Provider an Bedeutung gewinnen. Der Übergang von GSM zu UMTS wird nicht plötzlich, sondern schrittweise erfolgen.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des zukünftigen Standards waren Thema der Arbeitsgruppe 2, die von Norbert Knoll, ebenfalls WIFO, geleitet wurde. Dabei wurde klar, daß, wie bereits im Internet, jene profitieren werden, die schon frühzeitig auf die neue Technologie setzen. Besonders gilt dies für die Bereiche Service, Marketing und Sales sowie Informationsmanagement. Der Wettbewerb zwischen den bestehenden GSM-Anbietern liefert starke Impulse zu weitreichenden Investitionen in "mobile Datenautobahnen", was zu einem positiven Beschäftigungseffekt führt.

In der Arbeitsgruppe 3 diskutierte Stefan Schmitz von der Akademie der Wissenschaften mit Experten "Auswirkungen auf Beschäftigung, Arbeitsorganisation und Bildungswesen". Bei der Bildung wird lebensbegleitendes Lernen in Zukunft entscheidend an Bedeutung gewinnen. Telelearning wird dabei für die Vermittlung von Faktenwissen zusätzlich zu und nicht anstelle von tradierten Methoden Verwendung finden. Positive Beschäftigungseffekte werden sich auf jene Bereiche konzentrieren, in denen Produktinnovationen im Zusammenhang mit UMTS gelingen. In einigen Bereichen wird jedoch auch der Arbeitsdruck durch die Verdichtung der Information steigen.

Michael Latzer von der Akademie der Wissenschaften leitete die vierte Gruppe über "Gesellschaftliche Auswirkungen zukünftiger Informationstechnologien". Hier war für die Experten die Frage des Datenschutzes von besonderer Brisanz. Ebenso wie bei den Themen "Strahlung" und "Spaltung der Gesellschaft" gilt es nach Meinung der Experten vor allem, durch regelmäßige und offene Information auf die Ängste der Betroffenen einzugehen. Für eine Grenzverschiebung zwischen Beruf und Freizeit sehen die Experten neue Kommunikationstechnologien nicht unmittelbar als Auslöser. Dennoch könnten sich hier zusätzliche, neue Aspekte ergeben.

Mit "weltweiter Standardisierung und regulatorischen Rahmenbedingungen" schließlich beschäftigten sich Prof. Jürgen Müller von der Berlin School of Economics und die Gruppe 5. Wie auch in der Gruppe 1 gehen die Experten von einem schrittweisen Übergang aus und betonen insbesondere die Notwendigkeit von verpflichtendem Roaming zwischen den beiden Standards. Den aktuellen Handlungsbedarf strichen die Experten deutlich heraus: Derzeit existiert noch kein konkreter Plan für die effiziente Frequenznutzung und wieviele Frequenzen vergeben werden sollen. Es ist auch nicht klar, wie zwischen Regulierung auf nationaler und EU-Ebene entschieden wird.

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