Wer soll aus Kleiderspenden profitieren?

Offener Brief des Vereins HUMANA an das Magistrat St. Pölten

Wien (OTS) - In den letzten 2-3 Jahren waren auf dem
Alttextilmarkt - nicht zuletzt aufgrund der Ost-Öffnung - gute Preise zu erzielen. Die Preistendenz ist bereits rückläufig, doch versuchen noch immer kommerzielle Anbieter mit wirtschaftlich unhaltbaren Preisen den von karitativen Organisationen traditionell gut abgedeckten Kleidermarkt für sich zu gewinnen.

In letzter Zeit ist der Wirtschaftshof der Landeshauptstadt St. Pölten mittels Druck des zum Jahresende auslaufenden Vertrags mit dem Verein HUMANA und eines vorliegenden Angebots von 2.90 Schilling pro kg gesammelter Kleidung neuerlich mit fainanziellen Forderungen an seinen langjährigen Vertragspartner herangetreten, die der Verein nicht erfüllen will und kann. HUMANA gibt hiezu folgende Erklärung ab und fordert gleichzeitig alle karitativen Kleidersammler zu Zusammenhalt auf:

OFFENER BRIEF
An den Leiter des Wirtschaftshofes der Landeshauptstadt St. Pölten, Ing. Franz Gunacker

Sehr geehrter Herr Gunacker! Nach einem nicht abgeschlossenen Telefongespräch vom 24.11.1998 betreffend die weitere Zusammenarbeit zwischen HUMANA und der Landeshauptstadt St. Pölten halten wir fest, dass wir grundsätzlich nur an langfristigen Beziehungen interessiert sind, die auf einer realen Einschätzung der gegenwärtigen und sich abzeichnenden Marktlage auf dem Altkleidermarkt beruhen und somit auch in Zukunft haltbar sind.

Als Marktführer der Container-Kleidersammlung in Niederösterreich sehen wir uns auch verpflichtet, die Kosten der Sammlung von Alttextilien nicht in unwirtschaftliche Dimensionen ansteigen zu lassen, die zur Konsequenz haben, dass ausschliesslich kommerzielle Firmen auf Basis spekulativen Wirtschaftens den zur Zeit von karitativen Organisationen gut versorgten Altkleidermarkt übernehmen.

In Anbetracht der bereits beginnenden Rezession auf dem Altkleidermarkt liegt es im Interesse der Gemeinden und ihrer Bevölkerung, langfristiger verlässlicher Zusammenarbeit vor kurzsichtigen Profitinteressen den Vorrang zu geben und an der österreichischen Tradition, Kleider für karitative Zwecke zu sammeln, festzuhalten.

Wir müssen Sie abschliessend ersuchen, an einer Gesprächskultur festzuhalten, wie Sie nach langjähriger Partnerschaft allgemein üblich ist, und laden Sie nochmals zu einer Aussprache vor Jahresende ein. Hochachtungsvoll - Dir. Henning Mörch, Leiter der HUMANA-Kleidersammlung in Österreich e. h.

Rückfragen & Kontakt:

HUMANA, Katharina Feldmann
Tel.: 01/869 38 13, Fax: 01/865 34 92

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