DeLphi Studie: Dritte Mobilfunkgeneration wird Gesellschaft verändern

Wien (OTS) - Die dritte Mobilfunkgeneration wird laut einer von
der MOBILKOM in Auftrag gegebenen Delphi-Studie unsere Gesellschaft verändern. Durch die Mobilkom-munikation der Zukunft wird sich für Beschäftigte die Arbeitswelt ändern und in einzelnen unternehmensinternen Bereichen merkbare Spuren hinterlassen. Die Grenze zwischen Beruf und Freizeit wird verschwimmen. Die großen Gewinner: Telekommunikations-, Informations- und Content-Unternehmen. Ihre gesamtwirtschaftliche Bedeutung steigt durch die Einführung mobiler Kommunikationssysteme.

Die mobile Zukunft für Unternehmen

"In der Delphi-Studie kommen auch die Experten zum Schluß, daß sich in den Betrieben zum einen das Informationsmanagement, zum anderen die interne Kommunikation verändern wird", erklärt Mag. Norbert Knoll vom Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung. Auch in den Bereichen Datensicherheit und Datenschutz sowie Zahlungsverkehr erwarten die Experten große Auswirkungen. "Was in diesem Zusammenhang besonders hervorgestrichen wurde:", so Wirtschaftsforscher Knoll, "Entgegen allen Annahmen und Befürchtungen wird mit einer Ausweitung der Beschäftigung gerechnet." Die großen Gewinner: Unternehmen in der Telekommunikation, die Informationstechnologie-Sektoren sowie Content-Unternehmen. Einzige Ausnahme: Durch Online-Banking ist mit einem Beschäftigungsrückgang im Bereich Zahlungsverkehr zu rechnen.

Die mobile Zukunft für Branchen

Der Einsatz von Mobilfunk in Unternehmen, dies hat kürzlich eine von der MOBILKOM in Auftrag gegebene GfK-Studie gezeigt, hat in 68 % der befragten Betriebe zu einer Verbesserung der internen und in 63% der Unternehmen zu einer Verbesserung der externen Kommunikation geführt. Zwei Drittel haben durch Mobiltelefone ihren Geschäftserfolg steigern können. Diese Trends sind auch für die Unternehmen der Zukunft von Bedeutung. "Es wird auf jeden Fall Branchen geben, deren gesamt-wirtschaftliche Bedeutung durch die Einführung mobiler Kommunikationssysteme steigen wird", erklärt Knoll. Dies gilt besonders für Informationsverarbeitung und Informationsübertragung, Informationstechnologie und Telekommunikation. In der drahtlosen Informationsgesellschaft weniger bis gar nicht profitieren werden laut Delphi-Studie Branchen wie etwa die Grundstoffindustrie aber auch Post, Transport und Verkehr: Telearbeit reduziert den Personenverkehr, Mobilkommunikation ersetzt teilweise das Festnetz etc.

Auswirkungen auf die Arbeitswelt

Durch die Mobilkommunikation der Zukunft wird sich auch für Beschäftigte die Arbeitswelt ändern und in einzelnen unternehmensinternen Bereichen merkbare Spuren hinterlassen. Die Arbeit von zu Hause oder von eigens eingerichteten Call-Centers aus wird zum Trend, denn die Unternehmen werden aufgrund der neuen Möglichkeiten, die UMTS bietet, Telearbeit forcieren. Telearbeit wird vor allem in den Bereichen Service, Marketing, Verkauf und PR sowie in der Technologie-Entwicklung ausgebaut werden - also in jenen Bereichen, die mit Informationsweitergabe oder Informationsproduktion zu tun haben. Für den einzelnen wird der Arbeitsdruck jedenfalls größer, nehmen 75,6 Prozent der Experten an. Der Grund sind ständige Erreichbarkeit und gesteigerte Mobilität. Durch den mobilen Arbeitsplatz von morgen nimmt im Gegenzug aber auch die Selbständigkeit des Einzelnen zu.

Gesellschaftliche Auswirkungen

Aufgrund der zunehmenden Vernetzung wird es aber zu einem Verschwimmen der Grenze zwischen Beruf und Freizeit kommen, nehmen 82,2 Prozent der Experten an. 60 Prozent gaben an, daß es durch die neuen Kommunikationstechnologien auch zu einem Verschwimmen von Öffentlichkeit und Privatsphäre kommen wird. Probleme durch diese Vermischung werden aber nur von 28,6 Prozent der Experten erwartet, wobei die größten Probleme Streß und exzessive Arbeitsbelastung sein werden. Auf jeden Fall ist, so vermuten 64,4 Prozent der Befragten, der Telekommunikations-sektor männlich dominiert. Um diesem Trend entgegenzusteuern, sollten etwa frauenspezifische Dienste gefördert werden.

Die digitale Zwei-Klassen-Gesellschaft

"Zwei Drittel der Experten erwarten, daß es in der Gesellschaft zu einer Spaltung von Personen mit und solchen ohne Informationszugang geben wird", sagt Wirtschaftsforscher Knoll. Als Gegenmaßnahme müßte künftig schon im Bildungssystem, in Schulen und durch Schulungen etwas dagegen unternommen werden. MOBILKOM-Direktor Sundt fordert in diesem Zusammenhang eine Qualifikationsoffensive: "Wenn wir hier nicht sofort Maßnahmen ergreifen, fehlen der Wirtschaft in zwei bis drei Jahren bis zu 50.000 Fachkräfte". Die Kluft sollte auch durch Preisgestaltung überbrückt werden, die digitale Zukunft muß für jeden leist- und finanzierbar sein. Das ist auch deshalb wichtig, da die digitale Informationsgesellschaft auch älteren oder körperbehinderten Menschen Vorteile bringen kann.

Angst vor Datenmißbrauch

Durch die zunehmende Vernetzung, die leichtere Verknüpfbarkeit von personen- und unternehmensbezogenen Daten erwarten mehr als zwei Drittel der Befragten Probleme beim Datenmißbrauch bzw. Probleme beim Schutz der Privatsphäre. So soll auch in Zukunft die Anonymität der Netzteilnehmer gewährleistet sein, indem die Teilnehmer innerhalb der EU nicht zentral registriert werden. Hier ist zum einen der Staat gefordert, der durch Gesetze rechtliche Schritte unternehmen muß, um Datenschutzprobleme zu verhindern. Zum anderen werden auch ein strengerer Rechtsvollzug und technische Lösungen, wie etwa der Einsatz der Kryptografie (Verschlüsselungsmechanismen) gefordert. 73,3 Prozent der Befragten halten es für wahrscheinlich, daß sich der einzelne Bürger in der digitalen Informationsgesellschaft nicht abgrenzen können wird.

Regulierung

Die mobile Zukunft hat schon begonnen, denn die derzeitige Form der Regulierung ist ausreichend, sagen 55,6 Prozent der Befragten. Aber es müssen noch andere Dinge geklärt werden. Die Experten schätzen, daß UMTS nicht GSM verdrängen wird, sondern daß es zu einem schrittweisen Übergang kommen wird. Eine Umrüstung der bestehenden GSM-Netze ist nach Meinung der Befragten (93,3 %) aufgrund der enorm hohen Investitionskosten sinnvoll. 88,9 Prozent der Experten sind dafür, daß bestehende GSM-Anbieter auch UMTS-Lizenzen erhalten.

Auf jeden Fall ist laut Meinung von 62,2 Prozent der Fachleute das für UMTS zur Verfügung stehende Frequenzvolumen zu klein, um wirkliche Breitbanddienste für die gesamte Bevölkerung anbieten zu können. Es sollen zusätzliche Frequenzen für UMTS zur Verfügung gestellt werden.

Rückfragen & Kontakt:

MOBILKOM AUSTRIA AG Ing. Martin Bredl,
Unternehmenssprecher, Tel: (1) 331 61-27 00

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NMO/OTS