Chancen der dritten Mobilfunk-Generation: Delphi-Studie gibt Auskunft

Wien (OTS) - Die dritte Mobilfunkgeneration wird laut einer von
der MOBILKOM in Auftrag gegebenen Delphi-Studie die Nachfrage nach mobilen Multimedia-Diensten erhöhen. Im Vordergrund werden in Zukunft Dienste mit Servicecharakter sowie Informationsdienste stehen. Eine große Bedeutung werden maßgeschneiderte Informationen haben. In der digitalen Informationsgesellschaft von UMTS wird es möglich, daß sich Konsumenten ihre persönliches Informationspaket zusammenstellen lassen, ihre persönliche elektroni-sche Zeitung oder ihre eigene Nachrichtensendung, die auf das Handy übertragen wird.

Die Studie

Erstmals im deutschsprachigen Raum haben 45 internationale Experten die Zukunft der mobilen Kommunikation hinterfragt und in einer Delphi-Studie ein Szenario für die kommenden zehn Jahre entworfen. An der Studie, die im Auftrag der MOBILKOM von der Forschungsstelle für Institutionellen Wandel und Europäische Integration (IWE) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) durchgeführt wurde, haben sich insgesamt 23 österreichische und 22 internationale Experten aus Universitäten, Netzbetreibern, Anbietern von Telekommunikations-Dienstleistungen sowie von Informationstechnolgien beteiligt. Wie bei Delphi-Studien üblich, wurden die Experten mit Szenarien, Fragestellungen und Aussagen konfrontiert, deren Eintreten bzw. Nichteintreten sie beurteilen und in einen zeitlichen Rahmen stellen mußten. Die Ergebnisse der Delphi-Studie, die durchwegs als sensationell beurteilt werden können, sollen eine wichtige Entscheidungshilfe für die Zukunft der mobilen Kommunikation, von UMTS und der drahtlosen Informationsgesellschaft sein.

Die Visionen werden wahr

"Sensationell sind die Ergebnisse deshalb, weil die Mehrzahl der Experten davon überzeugt ist, daß die dritte Mobilfunkgeneration unmittelbar vor der Realisierung steht", sagt Mobilkom-Generaldirektor Heinz Sundt. "Mehr noch: Viele der revolutionären Änderungen werden noch vor dem Jahr 2007 eintreten". Bis zum Jahr 2002 wird die "Sprach- und Dienstequalität mindestens gleichwertig zu gegenwärtigen Festnetzen" (42,2 %) sein und gegenüber dem Festnetz wird es im Mobilnetz auch keine Sicherheitseinbußen geben (51,1 %). Bis zum Jahr 2007 werden die Mobilanwendungen in einem einzigen System und einem einzigen Nutzerendgerät integriert sein (53,3%). "Das Handy der Zukunft funktioniert weltweit, nahtlos und global", so Sundt. Es gibt eine einzige UMTS-Telefonnummer (42,2 %) unter der man erreichbar ist und bis 2007 wird das Mobiltelefon auch multimediafähig (62,2%). Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt werden die dafür notwendigen Übertragungsraten 2 Megabit/Sekunde betragen, das ist 32mal schneller als heutige ISDN-Verbindungen.

Die Experten sind auch überzeugt, daß nicht nur die Endgeräte preisgünstig sind (57,8%), sondern auch die angebotenen Dienste und daß eine breite Kundenschicht einen direkten Satellitenzugang nützt (37,8%). Ein Drittel (33,3 %) der Befragten glaubt, daß der direkte Satellitenzugang erst nach 2007 kommen wird.

Entscheidungen der Politik sind gefordert

Die Experten schätzen, daß UMTS nicht GSM verdrängen wird, sondern daß es zu einem schrittweisen Übergang kommen wird. Eine Umrüstung der bestehenden GSM-Netze ist nach Meinung der Befragten (93,3 %) aufgrund der enorm hohen Investitionskosten sinnvoll. 88,9 Prozent der Experten sind dafür, daß die GSM-Anbieter auch UMTS-Lizenzen erhalten.

"Damit dies alles eintreten kann, müssen aber möglichst rasch Grundsatz-entscheidungen über die Etablierung von UMTS-Netzen in den jeweiligen Staaten gefällt werden", so der oberste Netzplaner der MOBILKOM, Dr. Boris Nemsic. Die Experten sind überzeugt, daß die UMTS-Zukunft von einer raschen Festlegung der Vorgangsweise bei Frequenz- und Lizenzvergabe abhängt. Nemsic: "Die Experten sind zum Schluß gekommen, daß schnelle Grundsatzentscheidungen auch deshalb notwendig sind, damit die Netzbetreiber die relativ großen Anfangsinvestitionen kalkulieren können."

Die Handys der Zukunft

Trotz der zahlreichen Anwendungen und Service-Dienstleistungen, die das Handy der Zukunft im UMTS-Zeitalter mit sich bringen wird, sind sich die Experten der Delphi-Studie einig, daß die Mobiltelefone nicht nur multifunktionell, sondern auch preisgünstig und benutzerfreundlich sein werden. Damit diese Ziele erreicht werden, müssen aber zum einen neue Methoden wie Sprach- und Handschrifterkennung angewendet, zum anderen aber auch die Akkuleistung erhöht werden. Der Technologie-Visionär Nicholas Negroponte weist immer wieder darauf hin, daß in der Spracherkennung die Zukunft liegt, vor allem deshalb, weil damit die Benutzer- und Bedienerfreundlichkeit steigt. Die MOBILKOM hat mit ihrem VoiceButler ein Stück dieser digitalen Zukunft bereits realisiert. Der Voice-Butler liest Kunden im A1- und D-Netz neu eingelangte e-mails vor, indem er die schriftliche Nachricht in Sprache umwandelt. Die Kunden wiederum können auf die e-mails antworten. Der VoiceButler überträgt dann die Sprache als Soundfile an den Absender.

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