Kinderprostitution nimmt weltweit erschreckend zu

Staatssekretärin Ferrero-Waldner fordert verstärkte Zusammenarbeit der EU in der Frage des Entwicklungsland-Tourismus.

(Wien - OTS) Tourismus ist einer der Hauptberührungspunkte für die Bürger der EU mit der Dritten Welt. Die Erfahrungen, die die Europäer und die Menschen der Entwicklungsländer aus diesem unmittelbaren Zusammentreffen von höchst unterschiedlichen
Kulturen mit sehr ungleichen ökonomischen Voraussetzungen sammeln, sind oft prägend für die Anschauung über die jeweilige "andere Welt", so Staatssekretärin Ferrero-Waldner. Die Auswirkungen auf die Entwicklungsländer sind nicht immer nur positiv zu beurteilen. Auch wenn Zahlen mit höchster Vorsicht zu genießen sind, so sprechen Schätzungen davon, daß jährlich eine Million Kinder mehr zu Opfern des Sextourismus und der organisierten Prostitution werden. Dieses Phänomen beschränkt sich längst nicht mehr auf Asien, auch Afrika, die Karibik und Südamerika sind zunehmend von diesem verabscheuungswürdigem Phänomen betroffen, so Ferrero-Waldner. Zu erklären ist diese Tatsache nur vor dem Hintergrund
der Armut der betroffenen Länder und dem verständnislosen Umgang der Touristen für soziale Zusammenhänge. Weitere negative Folgen des Entwicklungsland-Tourismus sind oftmals die Zerstörung der Umwelt, aber auch sozio-kulturelle Konflikte.

Österreich hat eine lange Erfahrung mit Tourismus im eigenen Land, aber auch mit Projekten der sinnvollen Tourismusförderung in Entwicklungsländern. Für ein Konzept des nachhaltigen Tourismus in Entwicklungsländern sucht Österreich nach neuen Anknüpfungspunkten in der Öffentlichkeitsarbeit in direktem Kontakt zu Reiseveranstaltern und Konsumenten. Durch einen kontinuierlichen Dialog mit den wichtigsten Fernreiseveranstaltern soll dazu beigetragen werden, daß die Veranstalter bereits vermehrt auf soziale kulturelle und ökologische Aspekte ex ante Rücksicht nehmen. Österreichs Aktionskatalog umfaßt dabei weiters u.a.

die Einrichtung von einer Fachstelle für Tourismus und Entwicklung

Sympathiemagazine und Reiseführer die auf Themen der Entwicklungszusammenarbeit aufmerksam machen

Seminare für Reiseleiter
Kooperation mit Fluglinien
Stipendienprogramme in Kleßheim
Tourismusprojekte in Partnerländer (z.B. Pakistan, Nepal, Namibia)

Unsere Erfahrung im Bereich Tourismus haben uns dazu bewogen
die Frage Entwicklungsland-Tourismus auch in der EU zu thematisieren, so Ferrero-Waldner, welche auch zu diesem Thema bei der Tagung des Brüsseler Travel Fair am 24. November referiert und vor dem Entwicklungsausschuß des Europäischen Parlaments spricht. Aufgrund der österreichischen Initiative wird auch der Rat der Entwicklungsminister über dieses Thema am 30. November beraten. Es wird erwartet, daß der Rat in einer Entschließung die Grundzüge für eine ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltige Tourismuspolitik für Entwicklungsländer zusammenfaßt. Sinnvoller Tourismus soll damit auch in den Dienst der Entwicklung gestellt werden.

Die Diskussion im Rat der Entwicklungsminister wird
insbesondere folgende Bereiche betreffen:

stärkere Beachtung sozialen, kultureller und ökologischer Rahmenbedingungen

bessere Integration von Tourismusprojekten in den privatwirtschaftlichen Rahmen des Entwicklungslandes

Förderung der öffentlichen Verwaltung des Partnerlandes
bessere Beteiligung der zivilen Gesellschaft und Partnerschaft
mit dem privaten Sektor

Förderung der Einhaltung der IAO-Arbeitsnormen
Bekämpfung des Sextourismus.

Zur besseren Erreichung dieser Ziele sollen, so Ferrero-
Waldner, die Mitgliedsländer und die Kommission in Zukunft stärker zusammenarbeiten.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. J.Peterlik, Pressesprecher der Staatssekretärin
Tel: 53115-3265

BM für auswärtige Angelegenheiten

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