BA: BILLIGE KOSMETIK ABER BILDUNGSPOLITISCHE APARTHEID

Wien (OTS) - Am vergangenen Wochenende fand auf die Initiative der HochschülerInnenschaft an der Universität Wien in Kooperation mit dem Club der Universität Wien und dem Logistischem Zentrum die Tagung "Studienpläne nach UniStG" statt. Unter den TeilnehmerInnen der außerordentlich gut besuchten Veranstaltung fanden sich leider nur zwei VertreterInnen der Aktionsgemeinschaft, der die wichtigen Weichenstellungen durch die neuen Studienpläne anscheinend kein Bedürfnis sind.

Sigurd Höllinger, Sektionschef des Wissenschaftsministeriums, berichtete in seinem Impulsreferat vom Vorhaben, ein dreistufiges Bildungssystem EU-weit einzuführen. Nach sechs (erfolgreichen) Semestern würde man den Titel eines Bachelors erwerben. Dies würde sich positiv auf Drop-out Raten und die Zahl der Abschlüsse auswirken, so Höllinger.

"Die Veranstaltung ist ein wichtiges Startsignal für eine breit geführte Diskussion über die neuen Studienpläne", so Bernd Haberl, Referent für Bildungspolitik der ÖH Uni Wien und Initiator der Tagung. "Es unverfroren wie das Ministerium den Bachelor einführen will, ohne auf die bereits laufende Studienplandiskussion einzugehen. Ich muß dringend auf die drohenden sozialen und bildungspolitischen Konsequenzen hinweisen, falls nur mehr eine Stufe eines dreistufigen universitären Bildungssystems finanziert werden sollte. Es besteht die Gefahr, daß mit dem vom Ministerium vehement geforderten BA sukzessive Studiengebühren eingeführt werden. Dies würde zu einer bildungspolitischen Apartheid führen", so Haberl.

"Der BA ist keinesfalls eine Lösung für die Drop-Out-Quote, sondern nur ein billige Kosmetik", so Silvia Stuppäck, Vorsitzende der ÖH Uni Wien. Die Ursachen der hohen Drop-Out Quote seien vielmehr in überladenen Studienplänen, schlechten Studienbedingungen und der zwingenden Erwerbstätigkeit der Studierenden zu suchen.

Rückfragen & Kontakt:

Bernd Haberl unter 4277 195 40,
oder Silvia Stuppäck unter 4277 195 43

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