NÖ Wirtschaftskammer warnt vor Seibersdorfer Exodus: Rückschlag für Standortbemühungen!

Wien (OTS) - Die beabsichtigte Absiedelung von Forschungskapazitäten aus Seibersdorf hat nun die Wirtschaftskammer Niederösterreich auf den Plan gerufen. Bekanntlich überlegt Seibersdorf eine Fusion mit dem Forschungs - und Prüfzentrum Arsenal, geplant ist dabei die Verlagerung wesentlicher Forschungsbereiche nach Wien-Simmering. Die blaugelbe Wirtschaftskammer befürchtet, daß dadurch die Standortbemühungen Niederösterreichs konterkariert werden.

"So sinnvoll eine engere Zusammenarbeit der österreichischen Forschungszentren in Teilbereichen auch sein mag, für unseren Wirtschaftsstandort könnte dieser Wissensabfluß eine arge Schwächung zur Folge haben", warnt der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, Ing. Peter Reinbacher. Nicht nur die Verminderung bei der Wertschöpfung, sondern auch der Verlust hochwertiger Arbeitsplätze würden sich negativ zu Buche schlagen. Insgesamt könnte die Aufwärtsentwicklung Niederösterreichs, das sich gerade anschickt, im Rating der europäischen Regionen einen absoluten Spitzenplatz zu erringen, durch den Exodus der Seibersdorfer nachhaltig gebremst werden. Speziell die geplante Absiedelung besonders anwendungsorientierter Zukunftsbereiche, wie etwa der Telematik, werde mit großer Sorge registriert, so der Präsident.

"Ohne Forschung kann es keinen Fortschritt geben", betont Reinbacher, der sich seit Jahren für die verstärkte Kooperation von Forschung und Wirtschaft in Niederösterreich einsetzt. Da die Zeit drängt, wendet sich die Wirtschaftskammer bei ihrer Vollversammlung am Dienstag, dem 24. November 1998 im WIFI St. Pölten in einer Resolution an das Land Niederösterreich. Darin heißt es u.a., daß im Falle einer Verlagerung von Forschungseinrichtungen nach Wien den niederösterreichi-schen Betrieben so wie bisher ein Zugriff zumindest unter den gleichen oder verbes-serten Bedingungen ermöglicht werden müsse. Ebenso wird das Land Niederösterreich aufgefordert, alles zu unternehmen, um den Ausbau von Techno-logie-, Forschungs- und Entwicklungsinitiatven zu unterstützen und zu forcieren. Die Wirtschaftskammer Niederösterreich selbst unterhält bereits seit Jahren rege Kon-takte zu Seibersdorf, wobei sich vor allem das Innovationsservice mit den Technologie- und Innovationsbüros (TIBs) als Kontaktschiene zwischen Forschung und Wirtschaft bewährt hat.

Maßnahmenpaket

Gleich ein ganzes von der Vollversammlung der Wirtschaftskammer Niederöster-reich beantragtes Maßnahmenpaket zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zielt in Richtung Bundesgesetzgeber. Gefordert werden praxisgerechtere Bestimmungen für die Lehrlingsausbildung, verbesserte Möglich-keiten der Eigenkapitalbildung für Klein- und Mittelbetriebe sowie die Abschaffung der Erbschaftssteuer bei Betriebsübernahmen. Gefordert wird auch die Aufhebung des fünfjährigen Verwertungsverbotes bei Betriebsaufgaben. Mangels geeigneter Nachfolger bzw. Käufer macht diese Bestimmung des Einkommensteuergesetzes eine Verpachtung des Betriebes nahezu unmöglich.

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