Bartenstein: EU drängt auf weitere Maßnahmen zum Schutz der Ozonschicht

Ozonloch über der Antarktis dreimal so groß wie Europa - Konferenz zum Montreal-Protokoll in Kairo

Kairo/Wien (OTS) - "Beim Schutz der Ozonschicht kann keine Entwarnung gegeben werden. Das Ozonloch über der Südhalbkugel ist groß wie nie zuvor. Aus Sicht der EU sind daher weitere Maßnahmen gegen die Ausdünnung der Ozonschicht dringend notwendig." Das erklärte der Vorsitzende des EU-Umweltrats, Österreichs Umweltminister Dr. Martin Bartenstein, heute, Montag, in Kairo bei der 10. Konferenz der Vertragsstaaten zum Montreal-Protokoll, in
dem sich die Staatengemeinschaft zu Maßnahmen gegen die Zerstörung der Ozonschicht verpflichtet hat.

Aus Sicht der EU müsse der international noch immer betriebene Handel mit "Ozonkillern" wie den vollhalogenierten Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) schärfer bekämpft werden. Die im Vorjahr vereinbarten Import- und Exportkontrollen seien auf nationaler Ebene erst von wenigen Staaten ratifiziert worden. Schärfere Ausstiegsmaßnahmen forderte Bartenstein für teilhalogenierte Fluorchlorkohlenwasserstoffen (H-FCKW) und Methylbromid. Ein Ergebnis der Kairo-Konferenz solle auch die Aufnahme von Halonen in die Liste der international verbotenen "Ozonkiller" sein. Da in den letzten Jahren immer wieder neue ozonzerstörerische Substanzen entwickelt und auf den Markt
gebracht wurden, müsse diese Liste ständig aktualisiert werden, um die bisher getroffenen Schutzmaßnahmen nicht zu unterlaufen.

Jüngsten Meßergebnissen zufolge habe das Ozonloch im antarktischen Frühling mit 27 Millionen Quadratkilometern eine nie dagewesene Ausdehnung erreicht, erinnerte Bartenstein. Das entspreche etwa der dreifachen Fläche Europas. Auch über der Nordhalbkugel dünne die stratosphärische Ozonschicht immer mehr aus. Die bisher getroffenen Schutzmaßnahmen würden wahrscheinlich erst in der Mitte des nächsten Jahrhunderts zu greifen beginnen.

Da die Ozonschicht auch von etlichen Treibhausgasen angegriffen wird, ist die Verknüpfung des Montreal-Protokolls mit dem Kyoto-Klimaschutzprotokoll, wie dies bei der Kimaschuztkonferenz in
Buenos Aires geschehen ist, mehr als sinnvoll. Umweltminister Dr. Martin Bartenstein fordert daher, daß mit diesem Prozeß rasch begonnen wird. Mit den Montreal-Vereinbarungen sei es der Staatengemeinschaft erstmals gelungen, weltweit verpflichtende umweltpolitische Verpflichtungen gemeinsam einzugehen. Für die Bemühungen im Klimaschutz sollte dies ein Beispiel sein, sagte Bartenstein.

(Schluß)

Rückfragen & Kontakt:

Jugend & Familie
Dr. Ingrid Nemec
Tel.: (01) 515 22 DW 5051

Bundesministerium für Umwelt

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | BMU/OTS