AK: Osterweiterung bringt nur geringes Wirtschaftswachstum Wifo bestätigt Skepsis der AK

Wien (OTS) – Bestätigt sieht sich AK-Wirtschaftsbereichsleiter Werner Muhm durch die heute veröffentlichte Wifo-Studie über zu erwartende Effekte der EU-Osterweiterung. Der äußerst geringe prognostizierte Wachstums-Vorteil für Österreich von zusätzlichen 1,3 Promille des BIP pro Jahr zeige, daß Österreich den Vorteil aus der Ostöffnung nach 1989 bereits weitgehend konsumiert habe. Die AK habe immer wieder vor "Euphorie" gewarnt, da die Beitrittsländer einen weiteren Anstieg ihres Außenhandelsdefizits mit dem bisherigen Tempo nicht verkraften könnten. Muhm bekräftigte die Auffassung der AK, daß die EU-Erweiterung politisch sinnvoll sei und die Arbeitnehmer selbst großes
Interesse daran hätten, daß die Nachbarländer in Lohnniveau und Wirtschaftskraft aufholen. Für den Beitrittsprozeß müßten daher "Vorsicht vor übertriebenen Erwartungen, Rücksicht auf den österreichischen Arbeitsmarkt" die Verhandlungslinie sein. ****

Die Ergebnisse der Wifo-Simulationen bestätigen die Einschätzung der AK, daß die wesentlichen Effekte der Rückkehr der mittel- und osteuropäischen Länder in die europäische Wirtschaft in den 10 Jahren seit der Ostöffnung im wesentlichen bereits eingetreten sind: Auch das Wifo schätzt die zu erwartenden zusätzlichen Wachstumseffekte nur auf 1,3 Promille des BIP pro Jahr. Durch
diese nach Ansicht der AK realistische Einschätzung werden alle jene überoptimistischen Prognosen korrigiert, die ein
phantasievoll hohes Wachstum versprechen, so Muhm.

Die Osterweiterung müsse beiden – den EU-Ländern und den Beitrittsländern -Vorteile bringen, so Muhm. Auch die Wifo-Studie spreche von "bedeutenden Anpassungserfordernissen" in mehreren Bereichen. Hier wird es im Verhandlungsprozeß darauf ankommen, darauf zu dringen und dabei zu helfen, daß die Beitrittswerber die Anpassung an den EU-Bestand und an die EU-Vorhaben nicht nur auf
dem Papier, sondern auch in der wirtschaftlichen und sozialen Realität schaffen. Auch nach einem Beitritt müsse der Arbeitsmarkt mit Übergangsbedingungen geschützt werden, bekräftigt Muhm.

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