Neues Gehalts- und Pensionssystem beschlossen

Abschaffung des Biennalsystems, Einführung einer Pensionskassa

Wien (PWK) - Mit großer Mehrheit hat der im Rudolf Sallinger Saal der WKÖ stattfindende Kammertag Freitag die neue Dienstordnung 1999 und damit ein neues Gehalts- und Pensionssystem beschlossen: ****

Für die seit 1. Jänner 1997 eingetretenen und die künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der WKÖ und der neun Landeskammern gilt eine neue Pensionsregelung. Es gibt keine Kammerpension mehr. Der Arbeitgeber zahlt einen Basisbetrag von ein Prozent der Gehaltssumme in eine neue Pensionskassa ein. Zahlt der Mitarbeiter auch einen Arbeitnehmerbeitrag in Höhe von vier Prozent für Gehaltsteile über 42.000,- monatlich ein, dann erhöht sich der Arbeitgeberanteil für diese Gehaltsteile ebenfalls um vier Prozent.

Die Pensionsberechnung erfolgt nicht mehr auf der Basis des Letztbezuges sondern ist von der Höhe der in die Pensionskasse einbezahlten Beiträge abhängig. Mitarbeiter, die vor dem 1. Jänner 1997 eingetreten sind, können der Pensionskassa beitreten. Das hat eine Abkoppelung von der ASVG-Pension zur Folge: Das Risiko einer schlechter werdenden ASVG-Pension trägt nicht mehr der Arbeitgeber. (Dieses Pensionskassenmodell wurde bereits in Form einer Betriebsvereinbarung am Donnerstag dem 19. November im Bundespersonalausschuß beschlossen, wo auch Einigung darüber erzielt wurde, daß die Gehälter der Kammermitarbeiter per 1. Jänner 1999 nur um 1 Prozent erhöht werden).

Ab 1. Jänner 1999 gilt für neueintretende Kammerangestellte das bisherige Biennalsystem nicht mehr. Das System der Gehaltserhöhungen im Zwei-Jahres-Rhythmus ohne Leistungsbeurteilung wird durch ein Erfahrungswert-System mit regelmäßiger Leistungsbeurteilung ersetzt. Konnten bisher die Bezüge innerhalb von 16 Dienstjahren dank des Biennalsystems um 40 Prozent gesteigert werden, beziffert sich der maximale leistungsabhängige Erhöhungsfaktor dann mit 35 Prozent nach 20 Dienstjahren. Vergleicht man das alte System mit dem neuen, dann ergibt sich für die Wirtschaftskammer nach 16 Jahren eine Ersparnis um 20 Prozent. Eine negative Dienstbeurteilung kann diese Gehaltssteigerung unterbrechen, was bisher im Biennalsystem nicht möglich war. "Die Wirtschaftskammer ist damit die einzige Organisation, die die Biennien-Automatik abgeschafft hat", betonte WKÖ-Präsident Leo Maderthaner, lobte aber in seiner Kammertagsrede gleichzeitig "die hohe Professionalität der Kammer-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Qualität hat ihren Preis", erklärte Maderthaner. (Schluß) HV

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