... es gab so nette Leute dort

Ausstellung und Buch über die jüdische Gemeinde St.Pölten

St.Pölten (NLK) - Die jüdische Gemeinde im niederösterreichischen Zentralraum umfaßte vor 1938 1.200 Mitglieder, davon stammten 400 aus der Stadt St.Pölten. Die 1912 errichtete Synagoge in der Stadt wurde 1938 zerstört und in den achtziger Jahren renoviert und einer kulturellen Nutzung zugeführt. Heute gibt es fast keine Juden mehr in St.Pölten. Das Schicksal dieser Menschen ist Thema einer Ausstellung in der ehemaligen St.Pöltner Synagoge, ein Gedenkstein wird enthüllt, und ein Buch erscheint im Verlag NÖ Pressehaus. Gleichlautender Titel von Ausstellung und Buch: "... es gab so nette Leute dort", ein Zitat aus den Erinnerungen eines St.Pöltners an seine Kindheit und an seine Vertreibung. Veranstaltet wird die Ausstellung vom Institut für Geschichte der Juden in Österreich.

Die Ausstellung wird am 27. November in der St.Pöltner Synagoge eröffnet und ist bis 31. Jänner 1999 zu sehen. Sie zeigt das Leben der jüdischen Gemeinde seit ihrer Gründung um 1850, ihren religiösen Alltag und das rege Vereinsleben. Sie zeigt auch das harmonische Zusammenleben der Juden mit nichtjüdischen St.Pöltnern, Erinnerungen von Zeitzeugen sind auf CD’s dokumentiert. Die Synagoge wird mit Bauplänen und Fotos aus allen Phasen dokumentiert. Breiter Raum wird der Entwicklung nach dem "Anschluß" im März 1938 gewidmet, als auch die St.Pöltner Juden systematisch ihrer Rechte und ihres Eigentums beraubt wurden. Das Schicksal einzelner Menschen wird nachgezeichnet. Vielen gelang die Ausreise nicht, sie wurden zuerst zwangsweise nach Wien übersiedelt und dort in Lager deportiert und ermordet, insgesamt 310 St.Pöltner.

Das Buch "... es gab so nette Leute dort" wurde von Christoph Lind geschrieben und erschien im NÖ Pressehaus. Es umfaßt 312 Seiten, enthält 40 Schwarzweiß-Fotos und kostet im Handel 280 Schilling.

Die Ausstellung ist jeweils Montag, Freitag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Das Institut für Geschichte der Juden in Österreich veranstaltet gegen Voranmeldung (02742/77171/13) Führungen, die für Schulklassen gratis sind.

Die Eröffnung der Ausstellung und die Enthüllung eines Gedenksteines vor der Synagoge findet am Donnerstag, 26. November um 19 Uhr statt.

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