Maderthaner: Mehr Unternehmen bringen auch mehr Freiheit

Festakt zum 150-Jahr-Jubiläum der Wirtschaftskammern im Beisein von Bundespräsident und Regierungsvertretern

Wien (PWK) - S P E R R F R I S T 1 9 : 0 0 ! ! ****

"In zähen Auseinandersetzungen rangen Österreichs Unternehmer vor 150 Jahren, im Revolutionsjahr 1848, dem Staat das Recht ab, sich in eigenen Kammern auf der Grundlage der Pflichtmitgliedschaft zu organisieren", erinnerte Wirtschaftskammerpräsident Leopold Maderthaner beim WKÖ-Jubiläumskammertag im Beisein von Bundespräsident Thomas Klestil, Bundeskanzler Viktor Klima, Vizekanzler Wolfgang Schüssel und Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner. "Durch Koordination und Ausgleich ihrer Interessen auf fachlicher und regionaler Ebene konnten die Unternehmer dank ihrer Kammerorganisation dem Staat gegenüber geschlossen auftreten".

In den 150 Jahren ihres Bestehens erlebten die Wirtschaftskammern eine wechselvolle Geschichte. Die schwärzeste Zeit war während des Naionalsozialismus, "weil kein totalitäres System freie und initiative Unternehmer und autonome Kammern duldet und dulden kann" (Maderthaner). Aber schon ein Jahr nach Kriegsende, am 10. Dezember 1946, wurde die Bundeskammer der gewerblichen Wirtschaft konstituiert. 1992 wurde sie in "Wirtschaftskammer Österreich" umbenannt, die Landeskammern in "Wirtschaftskammer" des jeweiligen Bundeslandes.

"Die Unternehmer tragen große Verantwortung gegenüber Staat und Gesellschaft und das verpflichtet sie zur aktiven Mitarbeit an der Gestaltung des öffentlichen Lebens", betonte Maderthaner. Unternehmer müßten den Mut und die Kraft haben, mitunter auch Unpopuläres auszusprechen und Übertreibungen und Überforderungen auf dem Gebiet der Sozial- und Wirtschaftspolitik zurückzuweisen.

Jede Gründung eines neuen Unternehmens bedeutet ein Stück weniger Abhängigkeit und ein Stück mehr Freiheit, betonte der WKÖ-Präsident. Aus diesem Grund würden auch die Wirtschaftskammern alles daran setzen, Firmenneugründungen zu fördern und Jungunternehmer zur Selbständigkeit zu ermutigen.

Maderthaner legte auch ein Bekenntnis zur Sozialpartnerschaft ab:
"Sozialer Friede und Sozialpartnerschaft sind untrennbar miteinander verbunden". Denn Sozialpartnerschaft verlange Gesprächsbereitschaft und Kompromißfähigkeit auf beiden Seiten. Sozialpartnerschaft und soziale Marktwirtschaft seien die Quellen von Freiheit, Wohlstand und Zukunftssicherung. "Beide zusammen sind die Grundlagen der politischen Stabilität, des wirtschaftlichen Fortschritts und der sozialen Sicherheit in Österreich."

Wirtschaftsminister Hannes Farnleitner, früher selbst langjähriger WKÖ-Mitarbeiter, bezeichnete das österreichische Kammermodell als eine im internationalen Vergleich einmalige Institution. Mit ihrem dichten Netzwerk von Verbänden im Inland und ihrem erprobten Außenwirtschaftsnetz könne die österreichische Wirtschaftskammerorganisation ihre Aufgaben in optimaler Weise erfüllen.

In jüngster Zeit sind neue Herausforderungen auf die Wirtschaftskammern zugekommen, sagte Farnleitner und nannte in diesem Zusammenhang die Interessensvertretung im EU-Binnenmarkt, die Vertretung von "egoistisch gewordenen" Unternehmen sowie die Wirtschaftspolitik zu Euro-Bedingungen.

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Mag. Rupert Haberson

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