Bauer: Parlamentarische Anfrage an Minister Schlögl

Lückenlose Aufklärung bei Gendarmerieposten Mitterretzbach

Niederösterreich, 18.11.98 (NÖI) Bestürzt über die unfaßbaren Vorkommnisse auf dem Grenzgendarmerieposten Mitteretzbach reagiert die VP NÖ-Mandatarin Rosemarie Bauer.****

Nach und nach sickern immer mehr pikante Details durch. So handelt es sich bei dem unter Verdacht stehenden Chefinspektor um kein "unbeschriebenes Blatt". So soll er im Jahr 92 - damals bekleidete er die Funktion des Vize-Gendarmeriechefs des Bezirks Hollabrunn - versucht haben, in eine Decke eingewickelt und im Kofferaum versteckt, die tschechische Grenze zwecks einer Disco-Tour nach Znaim zu passieren. Der volltrunkene "blinde Passagier" wurde von den tschechischen Grenzpolizisten jedoch entdeckt und
der Wagen nach Österreich zurückgeschickt. Konsequenzen blieben aus, wohl auch deshalb, weil Landesgendarmeriekommandant Gerhard Schmid den tschechischen Erhebungskakt nie anforderte, weiß Bauer zu berichten. Nach seiner Beförderung zum Postenkommandaten von Mitteretzbach übte er offensichtlich in zunehmenden Maße Terror gegen seine Mitarbeiter aus. Das ging soweit, daß 18 der insgesamt 21 Beamten Versetzungsgesuche einreichten, ja einige unter ihnen sogar mit Selbstmord drohten. Spätestens dann hätten doch beim Landesgendarmeriekommando die Alarmglocken schrillen müssen, vertritt die Mandatarin die Ansicht.

Bauer selbst will jedenfalls unbedingt Klarheit in diese unfaßbare Sache bringen, und hat eine parlamentarische Anfrage an den zuständigen Innenminister Karl Schlögl gerichtet. "Alles, was sich dort abgespielt hat, muß - auch für den Betroffenen selbst, für den nach wie vor die Unschuldsvermutung gilt - restlos aufgeklärt werden, denn immerhin handelt es sich um Vorwürfe wie Amtsmißbrauch und sexuelle Belästigung, erklärt Bauer abschließend.
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