Bundesliga - Frank Stronach nimmt zu seinen Fußball-Plänen Stellung: "Will Liga-Präsident werden." - Vorausmedlung zu NEWS 47/19.11.98

Wien (OTS) - In einem Interview mit der morgen erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS nimmt der austro-kanadische Unternehmer und Chef des Magna-Konzerns, Frank Stronach, zu seinen Plänen mit der österreichischen Fußball-Bundesliga Stellung:

* Stronach will eine Milliarde Schilling in die Bundesliga investieren und damit nicht nur die Kontrolle über fünf bis sechs Klubs übernehmen, sondern auch die TV- und Marketingrechte der Liga kaufen.

* Die von Stronach kontrollierten Klubs sollen über eine gemeinsame Kapitalgesellschaft gemanagt werden, die Spieler einkauft und Sponsoring abwickelt.

* Die Bundesliga soll einen Geschäftsführer mit Durchgriffsrecht auf alle Klubs bekommen. Statt eines Präsidiums soll ein Aufsichtsrat die Liga führen, deren Vorsitz Stronach selbst übernhemen will.

* Stronachs Fußballaktivitäten soll eine "Magna Sports Management"- Gesellschaft übernehmen, die in zwei Jahren an die Börse gehen soll. Dort seien, so erste Berechnungen, bis zu fünf Milliarden Schilling als Kapital für den österreichischen Fußball zu erzielen.

Gegenüber NEWS sagt Stronach: "Ich will nicht der Besitzer von Fußballklubs sein. Mir geht es um die ganze Liga. Mein Konzept funktioniert nur, wenn es eine starke Konkurrenz zwischen den Klubs gibt. Dann ist die Meisterschaft für das Publikum interessant. Für mich wäre es kein Problem, einen einzigen Großklub aus dem Boden zu stampfen. Aber genau damit würden wir unser eigentliches Ziel einer starken Liga verfehlen."

Ein eigener TV-Sportkanal würde sich laut Stronach gemeinsam mit einem Wettkanal rentieren. Ein solcher Sport- und Wettkanal, so Stronach, sei "vom gesetzlichen Standpunkt, so sagt man mir, schon heute möglich".

Ein Wettkanal sei jedenfalls keine Konkurrenz zur Casino AG: "Wir veranstalten ja kein Glücksspiel. Deshalb stehen wir auch nicht in Konkurrenz zu den Casinos. Wenn man sich in Wien umschaut, dann gibt es doch schon jetzt an jeder Ecke ein Wettbüro. Wenn wir aber einen Wettkanal betreiben, dann wäre es schon vom moralischen Standpunkt her nicht zu vertreten, daß wir gleichzeitig auch die Eigentümer der Klubs sind."

Stronach bestätigt im NEWS-Interview, daß er sich vorstellen könne, die TV-Rechte der Liga zu kaufen: "Darüber müßte man verhandeln. Wenn ein Klub allerdings von uns Geld bekommt, dann müßte er uns im Gegenzug auch die TV-Rechte abtreten - spätestens dann, wenn die bestehenden Verträge auslaufen."

Und zur Frage, ob er dann auch Liga-Präsident werden wolle, meint Stronach: "Das könnte ich mir durchaus vorstellen. Ich würde diesen Job allerdings nich nur ehrenhalber erledigen, sondern mich sehr aktiv in die Geschäfte einmischen. Ich will in jeder Hinsicht einfach mithelfen, daß der österreichische Fußball auf gesunden Beinen steht."

Rükfragehinweis: NEWS Chefredaktion
Tel.: 01/213 12/101

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