Österreichs Maschinen- und Stahlbauindustrie weiter im Aufwind

Produktion stieg 1997 real um 5,4% auf 150 Mrd Schilling 1998 wird die Branche um 8%, 1999 nurmehr um 2% wachsen

Wien (pwk) - Trotz der turbulenten Situation auf den
internationalen Märkten zog Clemens Malina-Altzinger, Vorsteher des Fachverbandes der Maschinen- und Stahlbauindustrie, am Mittwoch im Haus der Wirtschaft eine positive Branchenbilanz. Die Produktion der rund 800 heimischen Betriebe stieg 1997 real um 5,4% auf rund 150 Mrd Schilling. Für 1998 wird sogar ein Wachstum von 8% erwartet. Allerdings deutet sich bereits jetzt schon eine Verflachung der Konjunktur in wichtigen Exportmärkten wie den USA und Asien an, so daß für 1999 nur mehr mit einem Wachstum von 2% zu rechnen ist. Die Zahl der Beschäftigten sank im vergangen Jahr zwar um 3,2% , ist 1998 jedoch wieder um 2% gestiegen. ****

Erfreulich ist die Situation bei den Exporten. Hier konnten die Unternehmen die Asien- und Rußlandkrise durch massive Anstrengungen nicht nur wettmachen, sondern die Umsätze im 1. Halbjahr um 7,9% auf rund 52 Mio Schilling steigern. Dabei haben sich auch die Anteile verschoben: nach Europa mit knapp 2/3 aller Exporte sind nun die USA mit 10% zweitgrößter Handelspartner der Maschinen- und Stahlbauindustrie, noch vor Asien mit nur noch 9%. Da die Importe im 1. Halbjahr 1998 mit einm Plus von 2,4% deutlich geringer ausfielen als die Exporte, hat sich ein Handelsbilanzaktivum von über 11 Mrd Schilling ergeben.

Was die EU-Osterweiterung betrifft, so begrüßte Malina-Altzinger seitens des Fachverbandes die Gespräche mit den Beitrittsländern, stellte aber auch unmißverständlich fest, "daß dafür gesorgt werden muß, daß die Länder in West- und Osteuropa mit gleichlangen Spießen antreten, was die Qualitäts-, Umwelt- und Arbeitsstandards betrifft".

Angesichts der für 1999 geplanten Steuerreform werde sich die Branche auf vier Punkte konzentrieren: die Möglichkeit eines Verlustrücktrages auf zwei oder drei Jahre, um die Härten der Abschnittsbesteuerung zu mildern, eine Erhöhung des Forschungsfreibetrages von derzeit 12 bis 18% auf bis zu 30% der Forschungsaufwendungen, die Anerkennung fiktiver Eigenkapitalzinsen als Aufwand und ein verbessertes Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht, um die Betriebsnachfolgen zu erleichtern.

Malina-Altzinger kritisierte in diesem Zusammenhang die zögernd Haltung der Bundesregierung in der Technologiepolitik: "Es beginnt wieder wie im letzten Jahr: keine Sonntagsrede ohne das Bekenntnis zu einer zukunftsorientierten Technologiepolitik, aber unsere Mitglieder sehen kein Ergebnis." Vor allem die jährliche Diskussion über die Dotierung des Forschungsförderungs-Fonds (FFF) würde die Betriebe zutiefst verunsichern. Malina-Altzinger warnte davor, den FFF weiter auszuhungern.

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Stahlbauindustrie
Dr. Rudolf Tuppa
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