Epochaler Dehio Niederösterreich-Süd im Werden

Neueste Entwicklung bis zum Landhausviertel enthalten

St.Pölten (NLK) - Der "Dehio Niederösterreich-Süd", die lang erwartete Neuaufarbeitung aller niederösterreichischen Kunstdenkmäler südlich der Donau durch das Bundesdenkmalamt in Form eines Handbuches, soll nach Verzögerungen Ende kommenden Jahres, also noch in diesem Jahrtausend, erscheinen. Nach einer mehrjährigen Aufnahmephase, in der bis zu zwölf Kunsthistoriker im ganzen Land unterwegs waren, um alle Denkmäler des Landes in Augenschein zu nehmen, neueste Forschungen zu erkunden und Arbeitsfotos anzufertigen, ist nunmehr ein vierköpfiges Redaktionsteam unter der Leitung von Dr. Renate Holzschuh tätig, um den "Dehio Niederösterreich-Süd" in die nötige, möglichst handliche Form zu bringen. "Niederösterreich ist nicht nur das größte Bundesland, es hat den dichtesten und besten Bestand an historischen Bauwerken. Hier gibt es nicht nur eine große Fülle an Stiften, Schlössern und Stadtensembles, sondern auch einen besonders interessanten und wertvollen Hausbestand, darüber hinaus auch eine Fülle von Kleindenkmälern." Damit umreißt Dr. Holzschuh die Fülle der Aufgabe und nennt damit einen der Gründe, warum das Vorhaben länger dauert als ursprünglich angenommen. Eine Verzögerung um ein bis zwei Jahre gab es durch die neuen Werkvertragsregelungen.

Gegenüber dem ersten Dehio Niederösterreich aus den Jahren 1955 bis 1973 (Ersterscheinen, Nachdruck und Neuauflage) gibt es gravierende Änderungen: Neben einer völligen Neuaufnahme aller Objekte wurden auch die Kategorien erweitert. Die Urgeschichte hat jetzt ebenso Platz wie Industrieanlagen, technische Denkmäler, Gartenanlagen und architekturgeschichtlich wichtige Städteensembles bis in die Gegenwart. "Selbstverständlich findet auch das neue NÖ Landhausviertel als wichtigstes städtebauliches Vorhaben Niederösterreichs in unserer Zeit seinen Platz in dem Handbuch", hebt Dr. Holzschuh hervor. Auch die Methoden wurden geändert: Man rückt weitgehend ab vom additiven Beschreiben zugunsten eines charakterisierenden Bewertens. Jetzt geht es vorwiegend um die Bedeutung des Objektes. Im Dehio ist auch weiterhin für Fotos kein Platz, es finden sich aber zahlreiche Grundrisse, schematische Zeichnungen und Übersichtskarten. Der Profanbestand erhält jetzt wesentlich größeres Gewicht als früher, und auch das Wissen der Lokalforscher und fallweise Informationen aus den Pfarrchroniken wurde mit eingebracht. Gemeinsam mit der kurz vor der Veröffentlichung stehenden Kunsttopographie der Stadt St.Pölten und dem 1990 erschienenen Dehio Niederösterreich-Nord liegen dann drei wichtige, den neuesten Stand berücksichtigende Werke über Niederösterreichs Kunstdenkmäler vor.

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