Qualität im Krankenhaus auf dem Prüfstand-

Vollversammlung des Projektes "Qualität im Krankenhaus" tagt in Klagenfurt

Wien, 18. November 1998 (BMAGS).- Im Februar dieses Jahres
haben sich elf österreichische Krankenhäuser unter der Federführung des Gesundheitsministeriums zum Projekt "Qualität im Krankenhaus" zusammengeschlossen. Bis Ende 2000 wollen die Krankenanstalten auf Basis von Modellprojekten die Qualität und Effizienz beim Aufnahme-und Entlassungsmanagement, bei der internen Krankenhausorganisation und im OP-Bereich verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schaffung einer patientenorientierten Stationsorganisation. Bei der Vollversammlung der Teilnehmer des Projekts "Qualität im Krankenhaus", die heute im Klagenfurter LKH tagt, werden erste Erfahrungsberichte aus den einzelnen Projekten ausgetauscht.****

Das Projekt "Qualität im Krankenhaus" wird gemeinsam von Bund, Ländern, Sozialversicherung und Ordensspitälern durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgt durch das Ludwig Boltzmann-Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Jürgen Pelikan. Mittels Einsatz modernster Methoden der Organisationsentwicklung wird versucht, qualitätssteigernde Veränderungen im täglichen Spitals-Routinebetrieb umzusetzen.

Dadurch sollen die Patientenorientierung verstärkt, der Gesundheitsgewinn erhöht, die Mitarbeiterorientierung weiter ausgebaut und die finanziellen Mittel noch effektiver eingesetzt werden.

Nach den ersten Monaten Laufzeit des Projekts und einer ersten Problemanalyse des Krankenhausbetriebs, wird jetzt bereits intensiv an Optimierungen gearbeitet.

Bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Betreuung

Im Bereich des Modellprojekts Aufnahme- und
Entlassungsmanagements wird eine bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung angestrebt. Für die Patienten soll dadurch ein lückenloser und gut abgestimmter Übergang von der Vorbetreuung bis zur Nachbetreuung erreicht, sowie Wartezeiten reduziert und Doppeluntersuchungen vermieden werden.

Dies soll vor allem durch gezielte und rechtzeitige
Information der Patienten, ihrer Angehörigen und der jeweils nachbehandelnden Stellen (Mitgabe von Befunden bei der Aufnahme, Arztbrief, Pflegetransfer), sowie durch eine verbesserte Koordination zwischen vor- und nachbetreuenden Berufsgruppen und
den Abteilungen im Krankenhaus erfolgen. Neben der Erhöhung des Gesundheitsgewinnes für die Patienten wird dadurch auch eine Steigerung der Kosteneffizienz durch einen zielgerichteteren Mitteleinsatz erreicht.

Die geplanten Vorhaben in diesem Bereich werden von den niedergelassenen Ärzten und den Hauskrankenpflegediensten sehr positiv aufgenommen.

Besseres Service für Patienten

Das Modellprojekt "Patientenorientierte Stationsorganisation"
widmet sich im besonderen dem eigentlichen Spitalsaufenthalt – dem "Stationsleben" der Patienten. Die verstärkte Information und Aufklärung der Patienten stehen ebenso im Zentrum der Verbesserungsbemühungen, wie die verstärkte Einbindung der Patienten in die medizinischen und pflegerischen Entscheidungen in der Behandlung ihrer Erkrankung. Auch die Kooperation zwischen den einzelnen Abteilungen eines Krankenhauses wird evaluiert.

Qualitätsindex für Operationssäle

Gemäß den vier Grundzielen des Projekts PatientInnen- und MitarbeiterInnenorientierung, Gesundheitsgewinn und
Kosteneffizienz, ist die Zielformulierung dieses Modellprojekts
eine Verbesserung in der OP-Organisation.

Die Optimierung der OP-Programmplanung kann zu einer
verbesserten Kooperation aller Beteiligten führen. Durch die bessere Planbarkeit der Arbeitsabläufe kann für die Patienten die Reduktion von Wartezeiten und kurzfristigen Verschiebungen erreicht werden. Ausserdem können Komplikationsraten und die Verweildauer gesenkt werden. Nicht zuletzt werden - vor allem in Kombination mit vermehrter Information - Unsicherheiten und Ängste der Patienten verringert. Gut abgestimmte Arbeitsabläufe und die Erhöhung der Auslastung der OP's führen auch zu einer Steigerung der Kosteneffizienz.

Als erster konkreter Schritt soll ein als Instrument zur OP-Beurteilung ein "Qualitätsindex" entwickelt werden, der die für die Qualität der OP-Organisation maßgeblichen Parameter aus den verschiedenen Teilbereichen verbindet.

Bessere krankenhausinterne Kooperation

Die Qualität der Gesamtleistung eines Krankenhauses wird immer stärker durch die Qualität der Zusammenarbeit der sogenannten "internen Kunden" bestimmt. Die internen Kunden sind zum einen die bettenführenden Abteilungen und zum anderen die internen Dienstleister Labor und Röntgen. Gerade in der Zusammenarbeit zwischen bettenführenden Abteilungen und internen Dienstleistern, treten häufig Kommunikations- und Kooperationsprobleme auf. Ziel dieses Modellprojekts ist die bessere Integration der spezialisierten Teilprozesse zu einem reibungslosen Gesamtablauf. Damit erhöht sich die Qualität der Patientenbetreuung durch kürzere Wartezeiten, eine kürzere Aufenthaltsdauer und durch Vermeidung von unnötigen Befundungen.

Das Projekt "Qualität im Krankenhaus" ist Teil eines
umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem Gesundheitsministerin Lore Hostasch die Qualität im österreichischen Gesundheitsweisen weiter steigern will. Die Qualitätsaspekte nehmen auch auf europäischer Ebene einen immer größeren Stellenwert ein. Aus diesem Grund ist dieser Themenkomplex auch Schwerpunkt der österreichischen EU-Präsidentschaft im Gesundheitsbereich. Gesundheitsministerin Lore Hostasch wird auch in Zukunft verstärktes Augenmerk auf den Qualitätsaspekt im Gesundheitsbereich legen.

(schluss)

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