Endgültiges Aus für Nerzfarm im Waldviertel Tierhilfswerk Austria kritisiert Form der Umsetzung

Wien (OTS) - Kleinpertholz bei Heidenreichstein im Waldviertel,
NÖ, war Standort der letzten Nerzfarm Österreichs. Seit heute ist sie geschlossen. Damit geht ein trauriges Kapitel der Tierausbeutung zu Ende. Die Umstände der Schließung sind aber dennoch unbefriedigend. Des weiteren droht ein Wiederentstehen der heimischen Pelztierzucht aufgrund einer EU-Richtlinie.

Zur "Blütezeit" hielt Günther Pfeiffer auf seiner Nerzfarm in Kleinpertholz 5000 Nerze unter tierquälerischen Bedingungen. Im Februar diesen Jahres erließ die niederösterreichische Landesregierung ein Zuchtverbot für Pelztiere. Pfeiffer erhielt den Schließungsbescheid. Dennoch wurde für ihn ein Gutachten erstellt, wonach die Haltungsform von Nerzen - vor allem was die Käfiggröße betrifft - bis zum Schließungstermin dem Gesetz "angepaßt" worden war. Auf die "Bademöglichkeit" für Nerze wurde ganz verzichtet, was für diese Tiere, die das Leben am Wasser benötigen, eine besondere Mißachtung ihrer Bedürfnisse darstellt. Zusätzlich wurde Pfeiffer eine Art "Entschädigung" von über vier Millionen Schilling zugesprochen, da er seine "Erwerbsfreiheit" eingeschränkt sah.

Mag. Alexander Willer, Wildtierrefernt des THWA: "Herr Pfeiffer führte seine Nerzfarm über Jahre hin ohne Bewilligung. Doch anstelle einer Strafe, erhielt er eine Belohnung in Form einer saftigen finanziellen Abfindung. Eine Absurdität der Rechtsauslegung, hervorgerufen durch politische Seilschaften."

"Es steht zu befürchten, daß diese absurde Vorgangsweise auch bei den Betreibern niederösterreichischer Hühnerbatterien Schule machen wird, sollte die Batteriehaltung verboten werden", meint DI Renate Mayer, Landwirtschaftsreferentin des THWA.

Im Sommer erließ die Europäische Union auf Druck der nordischen Mitgliedsstaaten eine Richtlinie, die Pelztiere mit "Nutztieren" gleichsetzt. "Dadurch werden Nerz, Fuchs oder Chinchilla - also Wildtiere - in puncto Haltung mit domestizierten Tieren gleichgesetzt. Ein völlig widersinniger Akt, der gewieften Geschäftemachern genügend Raum bietet, um Pelzfarmen wieder aufleben zu lassen. Auch in Österreich !", sagt Mag. Willer

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Die Schließung der Farm im Waldviertel war ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die Pelzlobby. Dennoch muß vor allem aber die Aufklärungsarbeit vorangetrieben werden, daß das Tragen von Pelzen ein barbarisches Relikt der Tierquälerei ist."

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THWA,
Mag. Alexander Willer,
Tel.: 02243-22964-15

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