Bartenstein: Seniorenpolitik ist die Herausforderung der Zukunft

Bartenstein fordert EU-Koordinierungsstelle für Seniorenpolitik

Wien (OTS) - "Obwohl oder gerade in den Familie derzeit viel Solidarität und gegenseitige Hilfsbereitschaft herrscht und auch dort ein Großteil der Pflege betagter Angehöriger erfolgt, ergeben sich Risken für die Zukunft. Was wir brauchen, ist ein echtes
Care- und Case-Management zur Verbesserung von Hilfeleistungen im Pflegefall." Das erklärte Familienminister Dr. Martin Bartenstein bei einem europäischen Expertentreffen zum Internationalen Seniorenjahr 1999 in Wien. Bartenstein schlug die Einrichtung
einer bei der EU angesiedelten Stelle vor, die Maßnahmen für eine "Gesellschaft für alle Lebensalter" analysieren und Empfehlungen für eine umfassende Altenpolitik der EU abgeben soll.

Vergleichende Länderstudien könnten Lösungsansätze für die sich verändernden Bevölkerungsstrukturen liefern, so Bartenstein weiter. erfolgreiche Strategien in der Seniorenpolitik sollten auf europäischer Ebene ausgetauscht werden. Eine eigene "Task-Force" soll die Einrichtung der bei der EU-Kommission angesiedelten "Beobachtungsstelle" vorbereiten.

"In einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren sollen Erfahrungen gesammelt werden, die für eine spätere Überführung der Task Force in die Strukturen der EU wertvolle Aufschlüsse geben könnte", beschrieb Bartenstein die mögliche Vorgangsweise. Gedacht sei an einen losen Zusammenschluß interessierter Mitgliedsstaaten der EU oder anderer europäischer Staaten sowie internationaler Organisationen für ältere Menschen, die sich zum gemeinsamen Ziel einer umfassenden Seniorenpolitik in Europa bekennen.

Die nahezu verdoppelte Lebenserwartung stelle in Verbindung mit den rückläufigen Geburtenzahlen eine ernste Herausforderung für die Zukunft dar, sagte Bartenstein. Verbunden mit der steigenden Zahl älterer Menschen sei ein Anstieg des Pflegebedarfs innerhalb der Altengeneration. Da die Kinderzahl dieser Altengeneration
stetig sinke, schwinde auch das vorhandene innerfamiliäre Hilfspotential. "Die Politik hat die Aufgabe, Stützungsmaßnahmen für die Familien zu ergreifen, die es ihnen ermöglichen, ihre Solidarität im bisherigen Ausmaß zu leben", forderte der Minister.

"Bisher wurde Seniorenpolitik für ältere Menschen gemacht. In Zukunft müssen wir verstärkt Seniorenpolitik mit und durch Senioren machen. Eine umfassende Seniorenpolitik wird der Pflege
des kulturellen Erbes, dem Transfer von Wissen und Werthaltungen, der Aufwertung des Alters und der Förderung des Dialogs zwischen den Generationen entsprechende Bedeutung beizumessen haben", sagte Bartenstein.

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