ÖVP-Wien: Chorherr-Vorschlag wenig durchdacht - Jugendliche wollen ernst genommen und nicht mißbraucht werden

Wien (ÖVP-Klub) Skeptisch zeigte sich der Bildungssprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Walter STROBL, zum Vorschlag der Grünen, anläßlich der kommenden NR-Wahlen in den Wiener Oberstufen der höheren Schulen eine Art Probewahl durchführen zu lassen.
"Dadurch wird sich die Einstellung der Jugendlichen zur Politik
kaum ändern", bezweifelte STROBL den Erfolg dieser Idee.****

Die Jugendlichen würden vielmehr nur einmal mehr auf eine Art Spielwiese der Demokratie verwiesen, ihre Aktivitäten blieben – mit Ausnahme einer Wahlkampfsituation im Klassenzimmer und des Übens einer Stimmabgabe – ohne Konsequenzen und ohne Wirkung, meinte STROBL und fügte hinzu: "Jugendliche wollen ernst
genommen werden. Das geht am besten, wenn sie sich an konkreten "politischen Projekten" beteiligen und mitsprechen können. Wenn
sie den Meinungsbildungsprozeß in einer Demokratie mit verfolgen und mit beeinflussen können."

Politische Bildung bloß auf die Stimmabgabe für Parteien zu reduzieren sei daher eine, für die Grünen typische aber populistische und unbrauchbare Idee, Jugendliche wieder mehr für Politik zu interessieren. Außerdem wäre das letztlich nur eine "Eintagsfliegenidee" ohne weitere Nachhaltigkeit. Zurück bliebe bestenfalls eine "Erlebnis" aber sicher keine "Bildungswirkung". STROBL ortete hinter der Idee der Grünen vielmehr Profilierungsnotwendigkeit vor der Nationalratswahl, weil deren Umfragewerte "im Keller" seien.

Alle Jugendstudien würden zeigen, daß Jugendliche Politik für "mäßig interessant" halten und als "fern vom Leben" betrachten. Durch den Vorschlag der Grünen würde diese Einstellung eher noch verstärkt. Die Wiener ÖVP wird sich vielmehr dafür einsetzen, die bereits bestehenden Möglichkeiten wie Jugendplattform und Jugendparlamente in den Bezirken zu beleben. Hier gibt es tatsächlich einen Handlungsbedarf. Viele Bezirksvorsteher ignorieren diese Einrichtungen.

"Wir müssen den Jugendlichen die Möglichkeit zu echter
Mitsprache und Mitgestaltung an konkreten und wirklichen
politischen Entscheidungsprozessen geben. Alles andere sei bloß frustrierend, weil eben bestenfalls ein "Demokratiespiel",
erklärte STROBL.
STROBL schlägt als ganz konkrete Möglichkeiten die Mitwirkung an kommunalen Projekten mit unmittelbarem Umweltbezug vor:
Die Möglichkeiten dafür sind vielfältig:

Möglichkeiten und Maßnahmen zur Suchtprävention in der Stadt., aktuelle Verkehrsprobleme – wie z.B. Südumfahrung, Fragen der U-Bahnverlängerung, Ausbau und Gestaltung von Verkehrsberuhigungszonen

Stadtteilplanung und Infrastrukturprobleme usw.

"Politische Bildung wird nur erfolgreich sein können, wenn wir echte, lebendige Problemstellungen in die Schule bzw. Klasse hereinholen, wenn Schüler die Chance erhalten einen politischen Entscheidungsprozess in seinem Verlauf verfolgen und analysieren
zu können", weiß der Lehrer STROBL aus eigener Erfahrung. Jugendliche sollten durch eigene Meinungsbildungsprozesse die Anstrengung von demokratischen Prozessen hautnah miterleben
können. Mit "Minimunduswahlkämpfen" im Klassenzimmer sei dies
mit Sicherheit nicht zu bewerkstelligen, schloß STROBL.***** (schluß)

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