Schuldenerlaß für Nicaragua bringt keinerlei Hilfe

Wien (OTS) - Der in der vergangenen Woche in den Medien angekündigte Schuldenerlaß für Nicaragua bringt dem Land derzeit keinen einzigen Schilling an Zahlungserleichterung. Darauf weisen die Arbeitsgemeinschaft Entwicklungszusammenarbeit AGEZ und Erlaßjahr 2000 Kampagne hin.

Der in einer Presseinformation von Staatsekretärin Ferrero-Waldner am 13. November 1998 erwähnte Schuldenerlaß von 500 Mio. aus Entwicklungshilfekrediten ist Nicaragua bereits am 8. Juli 1997 durch einen Beschluß des österreichischen Parlaments gewährt worden. Diese Maßnahme kann daher nicht jetzt als Soforthilfe nach der Naturkatastrophe in Mittelamerika angesehen werden.

Bei den Exportförderkrediten belaufen sich die Schulden Nicaraguas derzeit auf rund 24 Mio Schilling. Hier will Österreich im Pariser Club für ein Moratorium, also für einen Zahlungsaufschub eintreten. Diese Maßnahme führt jedoch dazu, daß die Zinsen auflaufen und in der Zukunft von seiten Nicaraguas nur noch mehr zurückgezahlt werden muß.

Außer den 14 Mio. Schilling Soforthilfe aus den Mitteln der Katastrophenhilfe des Bundeskanzleramtes und aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit hat Österreich keinen einzigen Schilling an Schulden erlassen, der nicht schon vor der Naturkatastrophe in Mittelamerika erlassen war.

Die AGEZ und die Erlaßjahr 2000 Kampagne fordern daher von der österreichischen Bundesregierung den sofortigen Verzicht auf die Rückzahlung der Exportförderkredite, um dem Land wirklich zu einer substantiellen Schuldenerleichterung zu verhelfen.

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Arbeitsgemeinschaft Entwicklungs-
zusammenarbeit AGEZ
Mag. Brigitte Omauer
E-mail: AGEZ@magnet.at

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