FP-Prinzhorn: Kontakte zu Raika-General von Klubobmann Stadler eingefädelt

Ex-FP-NÖ-Obmann Bernhard Gratzer gründet eigene Partei

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, verschärfen sich die FPÖ-Diskussionen über parteiinterne Verschwörungen. Nachdem Klubobmann Ewald Stadler vergangene Woche in den "Salzburger Nachrichten" Ex-Wirtschaftssprecher Thomas Prinzhorn beschuldigt hat, mit dem oberösterreichischen Raiffeisen-Generaldirektor Ludwig Scharinger eine blau-schwarze Koalition hinter dem Rücken Jörg Haiders vorzubereiten, kontert nun Prinzhorn.

Nicht er habe mit Scharinger Kontakt aufgenommen, sondern Stadler selbst habe ihn zu einem Gespräch mit dem Bankier gedrängt. Stadler habe ihm deutlich gemacht, daß "Scharinger ein wichtiger Mann für uns ist". Am 17. Juli 1997 fand das Dreiertreffen Stadler, Prinzhorn und Scharinger in der Linzer Zentrale der Raiffeisenlandesbank statt. Es sei, so Prinzhorn, auch über Politik geplaudert worden: "Es gab Champagner und ich habe den Eindruck gehabt, daß Scharinger und Stadler einander sehr schätzen." Der Raiffeisen-General bestätigt gegenüber FORMAT das Treffen, schränkt jedoch ein, daß es in den Gesprächen nie um mögliche Koalitionsszenarien gegangen ist: "Das ist ein völliger Blödsinn." Ewald Stadler war zu keiner Stellungnahme bereit.

In Niederösterreich will der ehemalige freiheitliche Landesobmann Bernhard Gratzer mit einer eigenen Partei in die nächstjährigen Nationalratswahlen und EU-Wahlen ziehen. Gemeinsam mit dem Wiener FP-Dissidenten Rüdiger Stix, soll die "Kampf der Gerechtigkeit" bezeichnete Gruppierung zum Sammelbecken frustierter Ex-Freiheitlicher werden. Gratzer zu FORMAT: "Ich rede auch mit noch aktiven FP-Politikern. Derzeit sind wir mit zehn bis zwölf Freiheitlichen im Gespräch, teilweise in hohen Funktion."

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