AK Wien fordert deutlich höhere Schülerbeihilfen

Auch Maßnahmen gegen explodierende Kosten für private Nachhilfe und für bessere Chancen zur Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung gefordert

Wien (OTS) - Die Vollversammlung der AK Wien fordert eine
deutliche Erhöhung der Schülerbeihilfen. Außerdem sollen bei der Berechnung der Beihilfen Nachteile von Arbeitnehmern gegenüber Bauern und Selbständigen gemindert werden. Die Beihilfen sollen nicht mehr vom Notendurchschnitt abhängig sein und nicht erst ab der 10., sondern bereits ab der 9. Schulstufe zustehen. Weiters verlangt die Vollversammlung in Wien für Berufstätige ausreichende Angebote zur Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung -
insbesondere auch für Lehrlinge. In den Schulen wiederum soll es Maßnahmen gegen die explodierenden Kosten für private Nachhilfe geben, sollen weniger Schüler sitzenbleiben müssen: Schüler mit einem Nichtgenügend sollen automatisch aufsteigen können. Die Schulen sollen Förderung anbieten, die für die Eltern kostenlos ist. ****

Seit 1994 wurden die Schülerbeihilfen nicht einmal an die
Inflation angepaßt, statt für 33.000 Schüler gibt es die Beihilfe nur noch für 30.500, kritisiert die Vollversammlung der AK Wien. Deshalb fordert sie eine Erhöhung der Beihilfen - wobei Anspruch und Höhe nur noch vom Einkommen der Eltern abhängig sein sollen und nicht mehr auch vom Notendurchschnitt des jeweiligen Schülers. Bei der Berechnung der Beihilfe soll es auch wesentlich höhere Absetzbeträge für Arbeitnehmer geben, um Ungerechtigkeiten gegenüber Bauern und Selbständigen auszugleichen: Sie haben bei der Einkommensberechnung mehr "Gestaltungsmöglichkeiten". Schließlich soll die Schülerbeihilfe bereits ab der 9. Schulstufe bezahlt werden. Denn die Entscheidung über den weiteren
Bildungsweg eines Jugendlichen fällt bereits auf dieser
Schulstufe, so die Vollversammlung. Und für Kinder aus einkommensschwachen Familien sei dabei der mögliche Anspruch auf Schülerbeihilfe von erheblicher Bedeutung.

Die Vollversammlung verlangt auch mehr Förderung für ArbeitnehmerInnen, die den zweiten Bildungsweg wählen. Verbessert werden sollen auch die Chancen von Lehrlingen, Fachschülern und Berufstätigen, sich auf die Berufsreifeprüfung vorzubereiten. Dazu fordert die Vollversammlung:
+ Berufstätige, die sich im zweiten Bildungsweg auf die Berufsreifeprüfung vorbereiten, sollen eine staatliche Beihilfe bekommen.
+ In einem Schulversuch an den Schulen für Berufstätige soll die Möglichkeit geboten werden, sich gebührenfrei auf die Berufsreifeprüfung vorzubereiten.
+ Für Lehrlinge und Fachschüler soll es bereits während der Erstausbildung in den Wiener Berufsschulen und Fachschulen ausreichende Angebote zur Vorbereitung auf die Berufsreifeprüfung geben.

Weiters verlangt die Vollversammlung in der Schule Maßnahmen gegen die explodierenden Kosten für private Nachhilfe, sollen weniger Schüler eine Klasse wiederholen müssen:
+ Schüler mit nur einem Nichtgenügend im Zeugnis sollen automatisch aufsteigen können.
+ Die Schulen selbst sollen Förderungen anbieten, die für die Eltern kostenlos sind. Das ganze Jahr soll es Förderkurse geben -und vor den Wiederholungsprüfungen im Herbst spezielle Vorbereitungskurse.
+ Den Kindern sollen auch Schüler-helfen-Schülern-Angebote gemacht werden.
+ Das Frühwarnsystem, bei dem Lehrer mit Eltern allfällige Fördermaßnahmen beraten, soll verpflichtend werden.

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