Junge Wirtschaft fordert "Jungunternehmer-Paket" der Regierung

JW-Umdasch: Wir stellen Bundeskanzler Klima bei Bundestagung der Jungen Wirtschaft am Wochenende auf den Prüfstand

Wien (PWK) - Der neue Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreich, Stefan Umdasch, forderte heute im Vorfeld der 6. Bundestagung am kommenden Wochenende in Oberwart den Hauptgast der Tagung auf, endlich aktiv zu werden. "Bundeskanzler Viktor Klima hat jetzt die Chance, effektiv für eine Imagekorrektur der Berufsalternative Selbständigkeit tätig zu werden, mit One-Stop-Shops bürokratische Barrieren zu beseitigen, das Betriebsanlagenrecht wie geplant umzusetzen und sich für eine moderne Steuerreform stark zu machen", so Umdasch. ****

Bislang wurde zwar immer wieder von "Gründeroffensive" gesprochen, "die einzige Maßnahme für Jungunternehmer ab Amtsantritt dieser Regierung war allerdings die Senkung der GSVG-Beitragsgrundlage für die ersten drei Jahre, die noch dazu fast am 'Zahnkronen-Streit' gescheitert wäre", kritisierte auch JW-Bundesgeschäftsführer Alfons Helmel die bisherige Vorgehensweise der Politiker.

Dabei müßte der Regierung doch an einer echten Gründeroffensive gelegen sein. Schließlich bringt jede Gründung in Österreich durchschnittlich drei bis vier neue Jobs, und Österreichs Unternehmen sind mit einer Überlebensquote von rund drei Viertel die erfolgreichsten in ganz Europa. "Es ist unverständlich, daß in Europa wieder über kreditfinanzierte Beschäftigungsprogramme nachgedacht wird und das Potential einer echten Gründeroffensive mit nachhaltigen, neuen Arbeitsplätzen nicht genützt wird", so Helmel.

Das Jahr 1998 ist für die Junge Wirtschaft, die größte und überparteiliche Jungunternehmer-Interessenvertretung Österreichs, das Jahr der Entscheidung. "Bei unserer Bundestagung stellen wir die verantwortlichen Politiker, allen voran Bundeskanzler Viktor Klima, auf den Prüfstand: Wir wollen wissen, ob die Bundesregierung wirklich etwas für mehr Gründer tun will oder ob wir ihre Aussagen zu einer Gründeroffensive nicht weiter ernst zu nehmen haben", so der JW-Bundesgeschäftsführer.

Ein besonderes Anliegen ist der Jungen Wirtschaft das Thema Betriebsnachfolge. In den nächsten Jahren werden zwischen 30 und 50 Prozent der österreichischen Unternehmer in Pension gehen. Gibt es für deren Betriebe keine Nachfolger, so drohen aufgrund des Pensionsbooms massive Arbeitsplatzverluste. Die Junge Wirtschaft macht dieses entscheidende Thema zum Jahresthema 1999 und setzt auf zwei Ebenen an, erläuterte JW-Bundesvorsitzender Umdasch: "Mit unserer Nachfolge-Börse im Internet schaffen wir eine bundesweite Plattform für Unternehmer, die in Pension gehen, und Jungunternehmer, die einen Betrieb übernehmen wollen. Auf der anderen Seite geht es uns um die Beseitigung der Steuernachteile bei einer Übernahme". Bundeskanzler Viktor Klima solle seinem Vorbild Tony Blair folgen und die Steuerlast bei Übernahmen auf Null reduzieren. "Diese Maßnahme kann in Verbindung mit einer gemeinsamen Informations- und Beratungskampagne wirklich etwas bewegen", ist der Bundesvorsitzende überzeugt.

Weiters setzt sich die Junge Wirtschaft für eine Senkung der Lohnnebenkosten, die Einführung neuer Eigenkapitalinstrumente, etwa in Form von Gründerfonds oder eines "Risikokredites" sowie für eine

Reduzierung des aktuellen Bürokratiedschungels für Gründer ein. Auf Bezirksebene angesiedelte zentrale Anlaufstellen, sogenannte "One-Stop-Shops", brächten hier deutliche Vereinfachungen und hätten auch Signalwirkung für alle angehenden Gründer.

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Alfons Helmel

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