OeNB - Geschäftsentw.d.Kreditinstitute i.Öst.i.d.ersten 3 Quart.98

Wien (OTS) - DEUTLICHES BILANZSUMMENWACHSTUM VON + 9,6 % SEIT JAHRESBEGINN.
- FREMDWÄHRUNGSEINLAGEN UND FREMDWÄHRUNGSKREDITE EXPANDIERTEN WEITERHIN SEHR STARK.
- DAS AUSLANDSGESCHÄFT WUCHS MIT RUND 10 % NUR MEHR HALB SO SCHNELL WIE 1997.
- DIE BESONDEREN AUSSERBILANZMÄSSIGEN GESCHÄFTE ENTWICKELTEN SICH RÜCKLÄUFIG.

Die Bilanzsumme weitete sich seit Jänner 1998 mit +576,9 Mrd S (+ 9,6 %) deutlich stärker aus als in den Vergleichsperioden
1996 und 1997. Dies ist vor allem auf die Steigerung der Auslandspositionen und den intensivierten Zwischenbankverkehr zurückzuführen.

In den ersten 9 Monaten des Jahres 1998 nahmen die gesamten Einlagen von inländischen Nichtbanken in Schilling und Fremd-währung um + 30,6 Mrd S zu, während in der Vergleichsperiode 1997 nur ein Anstieg von + 1 Mrd S und 1996 sogar ein Rückgang zu verzeichnen war.
Zurückzuführen ist diese Entwicklung in erster Linie auf den Zuwachs der Fremdwährungseinlagen, während die Schillingeinlagen abnahmen. Im Vergleich mit dem 1. bis. 3.Quartal 1997 fällt auf, daß die Schillingeinlagen heuer weniger stark sanken, die Fremdwährungseinlagen (+ 33,6 Mrd S) hingegen deutlich stärker stiegen als im Vorjahr (+ 15 Mrd S).
Die Entwicklung der Schillingeinlagenseite zeigt, daß sich
der Rückgang der Spareinlagen von inländischen Nichtbanken
(- 16,7 Mrd S oder - 1,0%) gegenüber der Vergleichsperiode
1997 (- 9,8 Mrd S oder - 0,6%) verstärkt hat. Der Trend der Termineinlagen verlief hingegen konträr: Während sie von Jänner bis September 1997 noch um - 14,1 Mrd S sanken, war in der Vergleichsperiode 1998 lediglich ein Rückgang um - 1,3 Mrd S zu verzeichnen. Der Stand der Sichteinlagen wuchs in den ersten
drei Quartalen 1998 (+ 15 Mrd S) etwas stärker als im selben Zeitraum 1997 (+ 9,9 Mrd S).

Der Absatz eigener Inlandsemissionen an Nichtbanken nahm
im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 1997 stärker ab
(- 3,6 Mrd S gegenüber - 0,1 Mrd. S). Die Spareinlagenent-
wicklung wie auch jene des Absatzes eigener Emissionen ist im Zusammenhang mit der Expansion des Fondsvolumens österrei-
chischer Investmentfonds zu sehen, welches sich gemäß der Quartalsmeldung der Kapitalanlagegesellschaften heuer bereits
um + 116,2 Mrd S erhöht hat.

Die an inländische Nichtbanken vergebenen Direktkredite in Schilling und Fremdwährung expandierten in den ersten 9 Monaten 1998 schwächer (+ 61,1 Mrd S oder + 2,3 %) als in der Vergleichsperiode 1997 (+ 80,3 Mrd S oder + 3,1 %). Der Zuwachs ist hauptsächlich auf die Fremdwährungskredite (+ 56,7 Mrd S oder
+ 25,6%) zurückzuführen, da bei den Schillingkrediten nur eine geringfügige Zunahme zu verzeichnen war. Im Vergleich mit den ersten 9 Monaten 1997 fällt auf, daß die Schilling-Direktkredite heuer schwächer, die Direktkredite in Fremdwährung hingegen
etwas stärker wuchsen. Der Anstieg der an inländische Nicht-banken gewährte Schilling - Barvorlagen als Hievonposition der Direktkredite hat sich mit + 7,8 Mrd S gegenüber + 12,7 Mrd S deutlich verlangsamt.

Der Zuwachs der titrierten Kredite an inländische Nichtbanken hat sich im bisherigen Jahresverlauf mit + 3,2 Mrd S (+ 0,8 %) gegenüber der Vergleichsperiode 1997 (+ 11,4 Mrd S oder + 2,8 %) deutlich verlangsamt.

Im Auslandsgeschäft weiteten sich in der Berichtsperiode
sowohl die Forderungen mit + 143,6 Mrd S als auch die Verpflichtungen mit + 171,5 Mrd S merklich schwächer aus als
in den ersten neun Monaten des Jahres 1997 (Auslandsaktiva:
+ 254,3 Mrd. S, Auslandspassiva + 295,6 Mrd S).
Betragsmäßig stiegen auf der Aktivseite im Zeitraum Jänner
bis September 1998 vor allem die Veranlagungen bei ausländischen Banken, die Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere ausländischer Emittenten und die Forderungen an ausländische Kunden.
Passivseitig wurden die betragsmäßig größten Zuwächse bei den Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen Kreditinstituten
und den ausländischen verbrieften Verbindlichkeiten erzielt.

Das Volumen der besonderen außerbilanzmäßigen Geschäfte ist trotz eines Zuwachses um + 125,6 Mrd S (+ 2,1%) im September aufgrund der im August aufgetretenen Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten weiterhin rückläufig:
Einer Abnahme um - 70,3 Mrd S (- 1,1%) heuer stand eine Zunahme
um + 1.095 Mrd S (+ 21,8%) im Vorjahr gegenüber.
Betragsmäßig am stärksten sanken die Zinssatzverträge
(- 218,2 Mrd S oder - 5%), während die Wechselkurs- und Goldverträge - wenn auch in deutlich abgeschwächter Form -
einen Zuwachs um + 176,3 Mrd S (+10,2%) erzielen konnten.

GESCHÄFTSENTWICKLUNG DER KREDITINSTITUTE IN ÖSTERREICH

STAND VERÄNDERUNG
1998/09 1 - 09 1998 1 - 09 1997 in Mrd S in Mrd S in% in Mrd S in%

Einlagen v.inl.Nichtbanken 2.214,47 30,58 1,40 1,00 0,00 Schilling-Einlagen ...... 2.021,78 -2,98 -0,10 -13,99 -0,70 hievon Spareinlagen ... 1.601,13 -16,71 -1,00 -9,80 -0,60 Fremdwährungs-Einlagen .. 192,68 33,56 21,10 14,99 9,40 Eigene inl.Emissionen an
Nichtbanken (S u. FW)*) ... 600,07 -3,63 -0,60 -0,11 0,00 Geldkapitalbildung von
inl. Nichtbanken (S u. FW) 2.814,54 26,95 1,00 0,89 0,00 Direktkredite an inl.
Nichtbanken ............... 2.712,60 61,15 2,30 80,28 3,10 Schilling-Direktkredite . 2.434,26 4,46 0,20 37,96 1,60 Fremdwährungs-Direktkred. 278,34 56,69 25,60 42,32 25,20 Titrierte Kredite an inländ.
Nichtbanken (S u. FW)**) .. 403,80 3,22 0,80 11,44 2,80 Gesamtkredite an inländ.
Nichtbanken (S u. FW)**) .. 3.116,39 64,36 2,10 91,72 3,10 Auslandsaktiva ............ 1.593,89 143,65 9,90 254,28 20,30 Auslandspassiva ........... 1.820,80 171,49 10,40 295,62 21,40 Bilanzsumme ............... 6.577,17 576,94 9,60 357,36 6,30 Nicht bilanzwirks.Geschäfte 7.327,15 -108,00 -1,45 1.147,27 17,56 hievon besondere außer-
bilanzmäßige Finanzgesch. 6.130,07 -70,25 -1,13 1.095,01 20,50 Eigenmittel absolut ....... 454,40 58,19 14,70 33,38 9,60 Eigenmittel in % der
Bemessungsgrundlage***) ... 14,24

*) Wert nach Abzug der Offenmarkt-Kostgeschäfte mit der OeNB
mit Wertpap. aus eig. Emission im Ausmaß von 7,4 Mrd.S.
**) Wert inkl. GOMEX der OeNB mit Emissionen v. Nichtbanken
in Höhe von 0,1 Mrd.S
***) Betreffend jene Banken, die laut BWG zur Haltung von

Eigenmitteln verpflichtet sind.

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