Fischler: Verbraucher profitieren von Agenda 2000

Brüssel (OTS) - EU-Kommissar Franz Fischler betonte vor europäischen Verbraucherverbänden in Brüssel zum Thema "Agrarreform und Konsumenten", dab die Bauern und die Konsumenten Verbündete, und nicht Gegner seien. Die Agrarpolitik müsse sich aber an die neuen gersellschaftlichen Anforderungen anpassen. "Heute ist die Selbstversorgung erreicht, und die Konsumenten sorgen sich mehr und mehr um die Sicherheit und Qualität der Lebensmittel oder um die Umwelt. Sie fragen sich, ob ihr Steuergeld auch sinnvoll eingesetzt wird, wenn sie sehen, daß die europäische Landwirtschaft erneut Überschüsse anhäuft.", so Fischler Auf diesen Wertewandel versuche die Agenda 2000 Antworten zu finden, damit den Bauern die Unterstützung der Gesellschaft und somit ihr Einkommen erhalten bleibe.

Laut Fischler würden von der in der Agenda 2000 vorgeschlagenen Senkung der Garantiepreise auch die Verbraucher profitieren, weil dann auch sinkende Verbraucherpreise zu erwarten seien. Das Einsparungspotential für die Haushalte sei beträchtlich: In zwei unabhängigen Studien, die im Oktober präsentiert wurden, erwarten sich die Wissenschaftler Einsparungen von 10 - 17 Mrd. Euro und ein Sinken des Verbraucherpreisindexes um 0,3 bis 0,45 %. In diesem Zusammenhang kritisierte Fischler, dab bislang sinkende Produzentenpreise nicht ausreichend an die Verbraucher weitergegeben würden: "Hier drängt sich die Frage auf, wo denn dieses Geld bleibt, und ob wir uns tatsächlich in einem funktionierenden Binnenmarkt befinden? Solche Tatsachen schaffen verständlicherweise Frustrationen bei Bauern und Verbrauchern: Beiden werden hier die Effekte von Preissenkungen vorenthalten. Die Hausfrau profitiert beim täglichen Einkauf von Schweinekoteletts kaum davon." Er kündigte an, daß die EU-Kommission diese Situation näher unter die Lupe nehmen wolle. Er habe bereits Verbraucherkommissarin Emma Bonino gebeten, in dieser Frage tätig zu werden.

Niedrigere Lebensmittelpreise hätten auch einen wichtigen sozialen Effekt: "Weil einkommensschwache Haushalte mehr von ihrem Geld für Grundnahrungsmittel ausgeben, profitieren sie auch überdurchschnittlich von Preissenkungen. Zusätzlich erhöht sich durch die verstärkten Direktzahlungen die Transparenz für den Konsumenten und Steuerzahler, weil er besser überblicken kann, für welche Leistungen der Bauern (Lebensmittel, Umwelt-leistungen) er zahlt.

"Eines mub aber auch klar sein: Zur Verwirklichung dieser Ziele brauchen wir die Unterstützung der Verbraucher und der Konsumentenverbände. Denn wenn die Gesellschaft von den Bauern mehr Qualität und ein umweltgerechteres Wirtschaften fordert, dann muß sie auch bereit sein, dafür einen angemessenen Preis zu zahlen.", so Kommissar Fischler abschliebend.

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