Böck: "Billiger Populismus mit deutschem Love-Bombing"

Scientology kritisiert NÖ-LHStv. Liese Prokop

Wien (OTS) - Als "billigen Populismus" bezeichnete heute Scientology-Sprecher Andreas Böck die Aussagen und Aktivitäten rund um eine "Arbeitstagung Scientology" der "NÖ Landesstelle für Sektenfragen". Böck kritisiert, daß sich LHStv. Prokop "in alter Bartenstein-Manier" durch die sich als Experten verkaufenden deutschen Ursula Caberta und Norbert Potthoff beeindrucken läßt, um "das Feinbild Scientology für billigen Populismus zu Mißbrauchen", so Böck.

"Nachdem Caberta und Potthoff in Deutschland keinen mehr mit dem Scientology-Gespenst hintern Ofen hervorlocken, fühlen sie sich nun in Österreich durch den ÖVP-Oberinquisitor Bartenstein mit neuer Hoffnung bestärkt. Ein bißchen "Love-Bombing" an Österreich ("Österreich ist europaweit vorbildlich") und schon findet sich ein ÖVPler der große Rede schwingt, obwohl es dazu keinerlei konkreten Anlaß gibt", fuhr Böck fort.

Böck kritisiert vor allem, daß man kritiklos die Propaganda von Caberta und Potthoff übernimmt. Sowohl Caberta als auch Potthoff finden in ganz Deutschland kein Gehör mehr für ihre Parolen. Erst vor kurzem attestiert "Der Spiegel" Caberta "Glühenden Eifer" und "Verfolgung von Scientologen". Caberta war auch maßgeblich durch ihre Propaganda daran beteiligt, daß eine 14 Millionen Schilling teure "Sektenkommission" zwei Jahre den deutschen Bundestages beschäftigt hatte. Das Ergebnis der Kommission ergab, daß Gruppen gegenwärtig "keine Gefahr für den Staat und Gesellschaft oder für gesellschaftlich relevanten Bereich wie z.B. Wirtschaft darstellen", so der "Spiegel".

Die größte Niederlage mußte Caberta jedoch einstecken, als sie sich ins Stammbuch schreiben lassen mußte, sie könne den Scientologen nicht die Vorwürfe gegen ihre Person versagen lassen, daß sie die Artikel 3, 4 und 5 des Grundgesetzes, die Menschenrechtskonvention der OSZE und der Vereinten Nationen sowie das staatliche Neutralitätsgebot und das Datenschutzgesetz verletze, Amtsmißbrauch betreibe und widerrechtliche Boykottaufrufe verbreite. Eine solche Einschätzung habe sie hinzunehmen, zumal, so das Gericht, es "hinreichende sachliche Anknüpfungspunkte" gebe. Das Urteil wurde im Februar 1998 vom Oberlandesgericht Hamburg vollumfänglich bestätigt.

Aufsehen erregte auch ein Brief der ehemaligen Frau des Ex-Scientologen Norbert Potthoff, den sie im Oktober 1994 an die Scientology Kirche richtete. Darin wirft sie den sich als Experten verkaufenden Potthoff vor, die Unwahrheit im Zusammenhang mit seinen Aussagen über Scientology zu verbreiten. "Eigentlich liegt es mir fern, die Privatangelegenheit von Menschen in die Öffentlichkeit zu zerren. Da jedoch die Aussagen meines Ex-Mannes der Wahrheit überhaupt nicht entsprechen und dadurch Menschen in ihrer Privatsphäre verletzt und diskriminiert werden, möchte ich mein Schweigen brechen. Ich gebe Ihnen deshalb ausdrücklich die Erlaubnis, diesen Brief auch nach außen zu verwenden", schrieb Margit Potthoff in ihrem Brief. Potthoff "lüge Bewußt" und "verkaufe sich in den Medien gerne als ehemaliger Top-Manager von Scientology", um sich "eine Glaubwürdigkeit zu verleihen", so der Brief.

Wenn nun diese Personen als "Experten" präsentiert werden und Caberta erzählt, daß Scientology einen "Geheimdienst" habe und Macht auf Firmen ausüben möchte, so sei dies mehr als lächerlich. Sowohl der hessische Innenminister als auch der deutsche Verfassungsschutz sind laut einem Bericht des "Spiegel" zu der Erkenntnis gekommen, daß Scientology "weder die deutsche Politik noch die Wirtschaft unterwandert" und von einer "systematischen Unterwanderung der Wirtschaft kaum die Rede sein kann" (siehe auch APA0103 5 AA 0124 CA vom 19.09.98).

"Erst vor drei Wochen brachte der ZDF eine Sendung mit dem Titel "Der Feind ist überall". Darin wurde gezeigt, mit welchen subtilen Methoden Personen wie Caberta, Renate Hartwig und Norbert Potthoff nicht nur Scientologen sondern sich auch untereinander bekämpfen, um in der Öffentlichkeit besser als der andere dazustehen. Und genau darum geht es. Deutschland ist nicht mehr attraktiv für Caberta und Co. und Bartensteins Kampagne in Österreich kommt da gerade richtig. Traurig ist nur, daß sich wieder einmal ein ÖVP-Politiker dafür hergibt", schloß Böck.

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