Klimabündnis Gonzalez spricht zur Klimakonferenz in Buenos Aires

Wien (OTS) - Die Rechte der indigenen Völker sind erstmals ein Thema bei den Klimaverhandlungen - österreichische Gemeinden strikt gegen "Freikaufen" der Hauptverursacher des Treibhauseffektes.

Jose Luis Gonzalez, Präsident des Klimabündnis Europäischer Städte mit indigenen Völkern der Regenwaldgebiete erhielt erstmals Gelegenheit, vor der Klimakonferenz auf die Anliegen der idigenen Völker und die Auswirkungen der derzeit in Verhandlung stehenden flexiblen Mechanismen aufmerksam zu machen. Indigene Völker im Amazonasgebiet sind in zweifacher Hinsicht von den Ergebnissen der Verhandlungen in Buenos Aires betroffen:

* Technische Projekte im Rahmen des Green Development Mechanismus (von Industriestaaten finanzierte Klimaschutzmaßnahmen in "Entwicklungsländern") bedrohen die ohnehin eingeschränkten Gebiete und Wälder der indigenen Völker und sind nur dann akzeptabel, wenn diese "Hand in Hand gehen mit der Anerkennung der traditionellen Rechte. Interessen und Sichtweisen der indigenen Völker und all jener Gemeinschaften, die in und von diesen Gebieten und Wäldern leben" (Jose Luis Gonzalez).

* Einrechnung von Senken: die großen Waldgebiete im Amazonasraum spielen eine bedeutende Rolle was die Einrechnung von Waldgebieten als C02-Speicher für die Erreichung der Kyoto-Ziele anbelangt; daher sind die dort lebenden indigenen Völker direkt betroffen.

* Gelder aus dem Bereich Entwicklungszusammenarbeit für Bildungsprojekte könnten in großem Stil für rein technische Projekte umgewidmet werden.

Bis dato wurden offiziell noch keine indigenen Vertreter zu Klimakonferenzen eingeladen. Jose Luis Gonzalez fordert daher in Buenos Aires, zu künftigen Klimakonferenzen auch Vertreter der indigenen Bevölkerung einzuladen und auf deren Belange Rücksicht zu nehmen.

Österreichische Klimabündnisgemeinden fordern strikte Regeln für flexible Mechanismen:

Im Rahmen des diesjährigen östereichischen Klimabündnistreffens in Werfenweng formulierten Österreichs Klimabündnisgemeinden Mitte Oktober Anforderungen an die Verhandlungsergebnisse der vierten Vertragsstaatenkonferenz zur Klimarahmenkonvention.

Die österreichischen Klimabündnisgemeinden fordern starke Einschränkungen (garantierte Obergrenzen) und strikte Regeln für die kaum vermeidbare Umsetzung von flexiblen Mechanismen.

Weiters müssen bei diesen Projekten auch die Belange der betroffenen Bevölkerungsgruppen - vor allem der indigenen Völker -berücksichtigt werden.

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