Scientology hat Macht

Prokop: Aufklären ist wichtiges Anliegen

St.Pölten (NLK) - "Die Aufklärung über Scientology muß uns ein Hauptanliegen sein", betonte heute Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop. Niederösterreich habe als erstes Bundesland eine Sekten-Landesstelle eingerichtet, da jeder gefährdet sei, in die unübersichtlichen Fänge dieser Gruppierung zu geraten. "Österreich und Niederösterreich dürfen kein Nährboden für Scientology sein", erklärte Prokop anläßlich der Arbeitstagung der NÖ Landesstelle für Sektenfragen in Baden zum Thema Scientology.

Scientology gründet sich auf die Lehren von L. Ron. Hubbard und wurde in den Fünfziger Jahren gegründet. Ziel ist die "Klärung" des Planeten und der Menschen. Scientology will mit einer speziellen Technologie eine neue Welt schaffen, in der sich magische und okkulte Vorstellungen mischen. Scientology preist seine Praktiken als einzigen Weg an, auf dem der Mensch seine Probleme auf Dauer lösen kann.

"Die Organisation arbeitet äußerst subtil und betreibt mit ‚Gehirnwäschen‘ einen sogenannten ‚Sozialterrorismus‘", erläuterte Norbert Potthoff, ehemaliger Scientologe. In seinen beiden Büchern klärt er umfassend über die Methoden von Scientology auf. Die Mitglieder seien keineswegs weltfremd, sondern stünden dem Leben positiv gegenüber. "Das besonders Gefährliche an Scientology ist, daß die Organisation meist nur getarnt auftritt. Scientology kauft keine Firmen, sondern macht sich an die Manager heran, um seine Philosopie in allen Bereichen des Lebens zu verbreiten und Macht zu gewinnen" beschreibt Ursula Caberta , Leiterin der Arbeitsgruppe "Scientology" bei der Behörde für Inneres in Hamburg, das Vorgehen der Gruppierung. Die Gefährlichkeit der Organisation zeige sich am besten am Beispiel der USA: "Scientology hat dort allgemein einen enormen Einfluß, auch auf die Regierung. Nur mehr vier Anwälte vertreten die Opfer von Scientology." Ein wichtiges Instrument von Scientology sei das Instrument Angst. Das mache die Bekämpfung von Scientology so schwierig. Aussteiger würden vom Scientology-Geheimdienst unter Druck gesetzt, eingeschüchtert und bedroht. Caberta: "Österreich hat die Gefahr von Scientology erkannt und ist bei der Aufklärung europaweit vorbildlich." Potthoff und Caberta regten an, in Österreich einen "Euro-Kongreß" über Scientology abzuhalten. Denn, so Potthoff und Caberta, Scientology habe keine Toleranz verdient.

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