Baccalaureat ja, aber im fairen Wettbewerb mit FH-Studien

WKÖ: Österreichischer Arbeitsmarkt braucht verstärkt praxisorientiert ausgebildete Hochschulabsolventen

Wien (PWK) - "Die rasche Schaffung eines dreigliedrigen Universitätssystems in Österreich ist auch aus der Sicht der Wirtschaftskammer Österreich ein wichtiges Anliegen. Der Grund dafür ist allerdings weniger der internationale Druck, als die Tatsache, daß der österreichische Arbeitsmarkt verstärkt praxisorientiert ausgebildete, hochqualifizierte junge Hochschulabsolventen braucht", erklärt Klaus Schedler von der Abteilung Bildungspolitik und Wissenschaft in der Wirtschaftskammer Österreich. ****

"Hier gibt es zur Zeit Defizite bei den Universitäten, die nur bedingt durch die Fachhochschul-Studiengänge abgedeckt werden können", so Schedler. Gleichzeitig warnt er jedoch vor übereilten Handlungen. "Arbeitsmarktpolitisch kann ein Baccalaureat nur dann Sinn machen, wenn es auf ein ähnliches Bildungsziel wie das der Fachhochschule abgestellt ist. Das bedeutet, daß es zwischen Fachhochschul- und Baccalaureat-Studiengängen einen intensiven Wettbewerb geben wird. Damit dieser Wettbewerb jedoch zu einer Verbesserung der Bildungsangebote führt, müssen vergleichbare Rahmenbedingungen geschaffen werden.

Die Fachhochschulen haben mit ihren Zugangsbeschränkungen den Vorteil, daß durch das Auswahlverfahren das Studium zumeist in der vorgesehenen Zeit abgeschlossen wird. Bei der Finanzierung haben wieder die Universitäten, die zu 100 Prozent vom Bund finanziert werden, einen enormen Vorteil. Ebenso sieht Schedler beim Genehmigungs- und Evaluationsverfahren ungleiche Bedingungen. Bei den Fachhochschulen-Studiengängen ist alle fünf Jahre ein überaus anspruchsvolles Verfahren beim Fachhochschulrat erforderlich, während bei den Universitäten weitestgehend autonomer Gestaltungsfreiraum besteht.

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Tel.: 50105/4072Dr. Klaus Schedler

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