Chemische Industrie forciert Zusammenarbeit mit Verkehrsträgern

Unfallrisiko minimiert - Internationale Konferenz über Chemikalientransport in Wien - TUIS-System hilft bei Unfällen

Wien (PWK) - Eine weitere Optimierung der Sicherheitsstandards
beim Transport von Chemikalien erhofft sich Josef Frick, Vorsteher des Fachverbands der chemischen Industrie, durch die verstärkte Zusammenarbeit von Industrie, Verkehrsträgern und Einsatzkräften. Um die Transportsicherheit zu erhöhen, setzt die chemische Industrie neben stetiger Anpassung der Sicherheitstechniken und strenger Kontrollen vor allem auf die Information ihrer Partner und immer öfter auf das Verkehrsmittel Bahn. ****

"Die Eigenverantwortung der chemischen Industrie endet nicht am Werkszaun und bezieht sich nicht nur auf die Herstellung und Entsorgung ihrer Produkte, sondern auch auf deren sicheren Transport", begründet Frick die Bemühungen der Branche um bestmögliche Minimierung des Transportrisikos. In erster Linie wird verstärkt versucht, Verkehr zu vermeiden und besonders problematische Stoffe gleich beim Produzenten weiterzuverarbeiten.

Die zunehmende Globalisierung der Erzeugung und nicht zuletzt das Konsumverhalten, das für steigende Nachfrage nach Produkten sorgt, haben in den letzten Jahren jedoch zu einem vermehrten Transportaufkommen geführt. Dennoch konnte ein Anwachsen der Unfälle verhindert werden. Bei mehr als 50 Prozent aller Gefahrguttransporte handelt es sich um die Beförderung von Benzin oder Heizöl.

Österreich als klassisches Transitland ist besonders bemüht, westeuropäische, teilweise freiwillige Standards beim Transport von Chemikalien in ganz Europa zu implementieren. Der österreichische Zoll hat seit dem Beitritt zur EU die Kontrollen von Gefahrguttransporten weiter verstärkt. "Das Schengener Abkommen verpflichtet Österreich als EU-Außengrenze, vorschriftswidrige Gefahrguttransporte zurückzuweisen", erläutert Gustav Kafka, Experte des Verkehrsministeriums, die geltenden Sicherheitsvorschriften.

Um vor allem die osteuropäischen Kollegen entsprechend zu informieren, fand in Wien am 10. November bereits zum dritten Mal die internationale Konferenz "Chemikalien sicher transportieren" statt, für die der Fachverband der chemischen Industrie Österreichs gemeinsam mit dem deutschen und dem europäischen Chemieverband als Gastgeber fungierte. Mehr als 200 Transportspezialisten aus 17 Ländern, davon 12 aus den neuen Demokratien Mittel- und Osteuropas, diskutierten dabei die neuesten Erkenntnisse aus Logistik und Sicherheitstechnik sowie gesetzliche Rahmenbedingungen.

Für Österreichs Chemiebetriebe hat sich bei der Beförderung von Chemikalien die Bahn als kompetenter Partner erwiesen: Vor allem bei Fernzielen und Gütern mit höherem Gefährlichkeitsgrad wird daher dem Transport auf der Schiene zunehmend der Vorzug gegenüber jenem auf der Straße gegeben. Voraussetzung dafür ist aber ein Bahnanschluß des Absenders und Empfängers. "Der Vorteil der Bahn liegt vor allem darin, gleichzeitig das Verkehrsmittel und den Verkehrsweg zur Verfügung stellen zu können", unterstreicht Erwin Tomschik, Transportexperte des Fachverbands der chemischen Industrie.

Besonders geschätzt wird auch die gute Zusammenarbeit mit der Bahn im Rahmen des freiwilligen Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystems der chemischen Industrie, kurz "TUIS" genannt. Dem europaweiten Hilfsprogramm für Transportunfälle mit Chemikalien gehören in Österreich rund 30 Betriebe an, die den Einsatzkräften rasche Hilfe und Fachwissen rund um die Uhr anbieten.

Je nach Art und Dringlichkeit des Unfalls wird dabei stufenweise vorgegangen: Als erster Schritt erfolgt eine telefonische Beratung, bei der Hersteller oder Warenempfänger dem Leiter der Einsatzkräfte alle nötigen Auskünfte erteilen. Sind diese nicht erreichbar, geben TUIS-Mitgliedsfirmen auf Wunsch des Einsatzleiters produktspezifische Informationen. Stufe 2 sieht eine Beratung durch TUIS-Spezialisten vor Ort vor, in Stufe 3 wird zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr eine nahegelegene TUIS-Betriebsfeuerwehr entsandt. Seit 1990 wurde TUIS in Österreich insgesamt 127 Mal zu Hilfe gerufen.

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Wirtschaftskammer Österreich
Fachverband Chemische Industrie
Tel. 50105 DW 3348Dr. Erwin Tomschik

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