Grotesker Rechtsstreit um die Solarien-Betriebe

Sozialministerium spricht Solarien den Freizeitcharakter ab - Friedl drängt auf korrekte Auslegung des Arbeitsruhegesetzes

pwk - Um die österreichischen Solarien ist ein geradezu kurioser Rechtsstreit ausgebrochen: Österreichweit sollen die bei der Bevölkerung als Freizeiteinrichtung beliebten "Sonnenstudios" nach dem Willen des Sozialministers künftig samstags ab 13.00 Uhr sowie sonn- und feiertags geschlossen halten müssen. Als Grund gilt das "Arbeitsruhegesetz" (ARG). Dieses gestattet nämlich Saunabädern, Frei- und Brausebädern das Offenhalten zu den genannten Zeiten, nicht jedoch den Solarien, da diese nach dem Gesetz nicht expressis verbis als Freizeiteinrichtung gelten. ****

Das die Feiertags- und Wochenendruhe regelnde ARG sieht naturgemäß eine Reihe von Ausnahmen vor, so "Ausnahmen im Hinblick auf die während der Wochenend- oder Feiertagsruhe hervortretenden Freizeit-und Erholungsbedürfnisse des Fremdenverkehrs..." ( 12 ARG). Es liegt dabei nicht im Belieben des Sozialministers, Ausnahmen zu gestatten, vielmehr ist er, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, dazu verpflichtet, erklärt Fachverbandsvorsteher DI Karl Friedl.

Im bestehenden Ausnahmekatalog, in dem bestimmte Bädertypen aufgezählt sind, fehlt zwar die Nennung der Sonnenbäder (Solarien). Doch gibt es in Wien schon seit 1994 eine Behördenentscheidung, wonach die Solarien eine Art der Freizeitbetriebe sind und daher in den Ausnahmekatalog fallen. Überraschenderweise ist das Sozialministerium plötzlich anderer Meinung: Ein Solarium, so die Behörde, sei eher eine Kosmetikeinrichtung, weshalb der Betrieb an Sonn- und Feiertagen unzulässig sei.

Tatsache ist aber, daß die Solarien in ganz Österreich überwiegend an Wochenenden und Feiertagen frequentiert werden - besonders gerne von Frauen. "Das ist geradezu ein schlagender Beweis dafür, daß Solarien eine Freizeiteinrichtung sind. Ein Sonnenbad, das zu Erholungszwecken benützt wird", betont Friedl. Fast jedes Fitneßstudio hat auch ein Solarium: "Darf das Studio offen halten, das Solarium aber vielleicht nicht?", bringt der Fachverbandsvorsteher, Direktor für die Freizeitbetriebe der Stadt Graz, die groteske Situation auf den Punkt.

Rückfragen & Kontakt:

Fachverband der Bäder
Geschäftsführer Dr. Hermann Hopp
Tel. 501 05 DW 3569Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft

ORIGINALTEXT-SERVICE UNTER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/ARG