Forscher auf Internationaler Konferenz zur HIV Therapie konzentrieren sich auf AIDS Substanz Nevirapine

Glasgow/Schottland (ots-PRNewswire) - Auf dem diesjährigen 4. Internationalen Kongreß zur Medikamenten-Therapie bei HIV Infektionen legten mehrere Wissenschaftler Forschungsdaten vor, die den Einsatz der AIDS Substanz Nevirapine (Viramune(R)) als Behandlungsmethode mit einmaliger Tagesvergabe in der klinischen Praxis untermauern. Nevirapine gehört zu der Gruppe der Anti-HIV Medikamente, die als NNRTI (non-nucloside reverse transcriptase inhibitors) bezeichnet werden.

Nevirapine wird zur Zeit - nach einer zweiwöchigen Einleitungsphase mit einer 200 mg Tablette pro Tag - zweimal täglich in einer Dosierung von 200 mg Tabletten verabreicht. Durch die chemische Struktur von Nevirapine ist das Medikament jedoch in der Lage, mehr als 24 Stunden lang im Blutkreislauf zu verweilen, was viele Forscher dazu veranlaßt hat, den Einsatz einer Nevirapine-Dosis von einer Tablette (400 mg) pro Tag zu untersuchen.

Eine der Studien, in der eine einmalige Tagesdosis von Nevirapine zum Einsatz kam, wurde von Dr. Carsten Rottmann von der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt* durchgeführt. Dr. Rottmann und seine Kollegen untersuchten Patienten, die von einer Behandlung mit Protease-Hemmern auf eine einmalige Tagesdosis von Nevirapine, 3TC(Epivir(R)), Lamivudine) und ddl (Videx(R), Didanosine) umgestellt wurden. Die 24 Teilnehmer hatten bei der Verwendung einer früheren Behandlungsmethode unentdeckte HIV-Ebenen erreicht, litten jedoch an einer auf den Protease-Hemmer bezogenen Toxizität.

"Alle Patienten wiesen - wenn sie auf diese bequeme und sichere Behandlungmethode mit Nevirapine, 3TC und ddl umgestellt wurden -eine signifikante Besserung oder Auflösung der mit dem Protease-Hemmer in Verbindung stehenden Toxizität auf", sagte Dr. Rottmann.

Fünfundsiebzig Prozent (18/24) der Patienten sprachen auf die Nevirapine Kombinationstherapie an, indem sie nach durchschnittlich 32 Wochen (zeitlicher Rahmen 17 - 52 Wochen) unentdeckte HIV-Ebenen (< 500 Kopien/mL) im Blut zurückbehielten. Von den sechs Patienten, die keine Reaktion zeigten, waren fünf zuvor mit einem NNRTI behandelt worden.

Pharmakokinetik Studie bestätigt Potential der einmaligen Tagesdosis

In einer weiteren Präsentation stellte Rolf van Heeswijk, PharmD am Department of Pharmacy and Pharmacology am Slovaart Hospital in Amsterdam, Niederlande, Daten zur Plasma-Pharmakokinetik von Nevirapine vor. Seine vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, daß möglicherweise keine wesentlichen Unterschiede im pharmakokinetischen Profil oder der Sicherheit einer einmaligen oder einer zweimaligen Vergabe von Nevapirine pro Tag, mit einer täglichen Dosierung von 400 mg, vorhanden sind.

"Es wurden keine signifikanten Unterschiede im Plasma-Medikamentenniveau oder in den Nebenwirkungen erkannt, wenn dieselbe Patientengruppe Nevirapine einmal täglich - anstatt der üblichen Standarddosierung von 2 x pro Tag - einnahm", sagte Dr. van Heeswijk. "Aus pharmakokinetischer Sicht stützen diese vorläufigen Erkenntnisse den Einsatz von Nevirapine mit einmaliger Tagesdosierung."

Von den sechs Patienten, die diese Studie bisher abgeschlossen haben, betrug die maximale Konzentration von Nevirapine im Blut 6,25 mg/L bei der Dosierung "1 x pro Tag" und 6,11 mg/L bei zweimaligen Tagesgaben. Die Mindestkonzentration von Nevirapine im Blut betrug 2,93 mg/L bzw. 3,78 mg/L. Darüber hinaus war die vom Körper aufgenommene Menge Nevirapine über einen Zeitraum von 24 Stunden bei den beiden Dosierungsformen sehr ähnlich.

Nevirapine, das seit August 1996 im Handel ist, wurde bei mehr als 50.000 Patienten eingesetzt. Nevirapine ist für einen kombinierten Einsatz mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen für die Behandlung von HIV-1 Infektionen angezeigt. Diese Indikation basiert auf einer Analyse von Veränderungen bei Surrogat-Endpunkten. Gegenwärtig liegen keine Ergebnisse aus kontrollierten klinischen Versuchsreihen über eine Auswertung der Wirkung von Nevirapine in Verbindung mit anderen antiretroviralen Wirkstoffen über das klinische Fortschreiten der HIV-1 Infektion, wie z.B. das Auftreten gelegentlicher Infektionen oder ein Überleben, vor.

Nevirapine wird im allgemeinen gut vertragen. Die am häufigsten erfaßten, negativen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Nevirapine sind: Hautrötung, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und abnorme Leberfunktionstests. Bei mit Nevirapine behandelten Patienten sind schwere und lebensbedrohliche Hautreaktionen sowie Leberschädigungen mit jeweils tödlichem Ausgang aufgetreten.

Nevirapine (Produktname: Viramune(R)) ist ein ursprünglich bei Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc., einem Mitglied der Boehringer Ingelheim Unternehmensgruppe, erforschtes Produkt. Nevirapine wird von Boehringer Ingelheim und in den Vereinigten Staaten von Roxane Laboratories, ebenfalls Mitglied der Boehringer Ingelheim Unternehmensgruppe, vertrieben.

* Für die einmalige Tagesdosis wurde noch keine Genehmigung erteilt, sie befindet sich jedoch bei Boehringer Ingelheim in der Erforschung.

Quellennachweis:
- van Heeswijk RPG, Veldkamp Al, Wit FWNM; et al. Plasma pharmacokinetics of nevirapine (NVP - Nevirapine(R) in a QD and BID dosing regimen. 4th International Congress on Drug Therapy in HIV Infection, Glasgow, Scotland. 1998

- Rottmann C., Miller V, Gute P, Nisius G, Staszewski S. Virological Response to a once-daily protease inhibitor (PI) sparing regimen (ddl, 3TC, NVP) after successful PI-containing therapies. 4th International Congress on Drug Therapy in HIV Infection, Glasgow, Scotland. 1998

ots Originaltext: Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc.
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