Enquete Vorrang Leben

Ostregion braucht sichere und besser ausgebaute Straßen

St.Pölten (NLK) - Der Schwerverkehr stand im Mittelpunkt der Verkehrssicherheitsenquete "Vorrang Leben", die heute in Alland auf Initiative des NÖ Straßendienstes, des ÖAMTC und des ORF NÖ abgehalten wurde. Wichtigstes Ergebnis der Experten: Ein besser ausgebautes Straßennetz mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Die Bedeutung des Lkw-Verkehrs wurde an einem Beispiel, das von der ÖAMTC-Akademie präsentiert wurde, besonders deutlich: Für ein übliches Frühstück legen Gebäck, Schinken und Milch über 5.000 Kilometer auf der Straße zurück. Mit der Frage, ob der Schwerverkehr von der Straße auf die Schiene verlegbar sei, beschäftigte sich daher der Verkehrsreferent des Landes Niederösterreich, Prof. Friedrich Zibuschka. "In den letzten 10 Jahren hat das Verkehrsaufkommen auf den österreichischen Straßen um rund 85 Prozent zugenommen. Auch der Lkw-Verkehr verzeichnet ähnliche Zuwachsraten." Der größte Anteil sei allerdings der hausgemachte Verkehr. Auch der Pkw-Verkehr an den Grenzen sei von 1990 auf 1995 um 35 Prozent gestiegen. Bei Lkw habe man eine Steierung von 24 Prozent verzeichnet. Laut Zibuschka verzeichnet die Westautobahn zwischen Wien und St.Pölten täglich 56.000 Personen, die Westbahn 35.000 Personen. Der Güterverkehr machte auf der Westbahn 1995 rund 12 Millionen Tonnen aus, auf der Autobahn 17 Millionen Tonnen. Zibuschka sieht angesichts der Verkehrsentwicklung trotz aller Maßnahmen wie dem viergleisigen Ausbau der Westbahn, nur wenig Chance, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlegen: "Derzeit ist der Raum St.Pölten mit rund 6.600 Lkw pro Tag belastet. Mit dem Ausbau der Westbahn können rund 3.500 Lkw pro Tag verlagert werden, weitere 1.000 Lkw könnten auf den Rhein-Main-Donau-Kanal umgeschichtet werden." In Zukunft müßten verkehrsübergreifende Lösungen gefunden werden, um den Wirtschaftsstandort Niederösterreich zu stärken. Der Masterplan von Minister Einem würde die Ostregion gefährden.

NÖ Straßenbaudirektor Dipl.Ing. Meinrad Stipek meinte, daß sich durch die EU-Osterweiterung der Verkehr im Osten Österreichs weiter erhöhen werden. Ein "Schnellstraßenring" rund um Wien sei daher unumgänglich. Mit dem Bau der B 301 werde ein wichtiger Schritt gesetzt. Weitere dringliche Maßnahmen seien der vierspurige Ausbau der B 3 bis Krems und der Anschluß über die Donaubrücke bei Traismauer an die S 33. Auch die Nordostumfahrung von Wien, die Umfahrungen Wolkersdorf und Eibesbrunn, Gaweinstal, Erdberg, Poysdorf und Drasenhofen seien ein wichtiger Beitrag zur Verkehrsentlastung. Die Nordautobahn sei leider noch Vision.

Dr. Engelbert Schragl von der ASFINAG trat für eine Lkw-Maut ein, da alle Maut- und Vignettengelder direkt den Projekten der ASFINAG zugutekommen würden. Schragl geht davon aus, daß die Lkw-Maut bis 2002 realisiert werden kann. Der Europatrend gehe allgemein weg von den Fixkosten hin zu einer leistungsfähigen Bemautung.

Die Zahl der Unfälle auf Autobahnen stieg von 1976 bis 1995 um 34 Prozent, die der Getöteten pro Kilometer um 57 Prozent, erklärte Ing. Erwin Schrammel vom Kuratorium für Verkehrssicherheit. Willi Matzke vom ÖAMTC hält angesichts dieser Unfallentwicklung Pannenbuchten, Pannenstreifen und eine bessere Mittelstreifensicherung für notwendig.

Ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit wurde bereits auf der A 21, der Wiener Außenringautobahn geleistet: Es wurden Kettenanlegeplätze, zwei Salzsilos und zwei neue Betriebsumkehren errichtet. Auch ein neues Verkehrsleitsystem mit der Steuerungszentrale in Alland wurde eingerichtet.

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