Prävention gegen Gewalt an Schulen

Schulmediationsprojekt "Streithelfer" an Wiener Pflichtschulen SchülerInnen helfen einander selbst

Wien (OTS) - An Österreichs Schulen finden glücklicherweise nur äußerst selten spektakuläre Gewalttaten von SchülerInnen an MitschülerInnen oder Lehrerschaft etc. statt.****

Dennoch ist auch an unseren Schulen Gewalt ein existierendes Phänomen, das nicht gerne nach außen getragen wird.
Erst nach tragischen Ereignissen wie in Zöbern etc. wird dann die Frage laut: Was können wir gegen die Gewalt an den Schulen tun?

Die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft hat zu dieser Frage gemeinsam mit der Mediatorin Mag. Claudia Kappacher ein Mediationsprojekt entwickelt und durchgeführt, und damit einen völlig neuen Weg eingeschlagen.

Werden üblicherweise bei den Diskussionen gegen Gewalt an
Schulen meist mehr Disziplin, geschlossene Heime und frühere Verurteilungen von Jugendlichen gefordert, zielt das Projekt "Streithelfer" auf mehr Lösungskompetenz der SchülerInnen selbst.

Das Projekt

Speziell von der Mediatorin geschulte StreithelferInnen aus den einzelnen Klassen stehen nach ihrer Einschulung als HelferIn in Konflikten den Streitparteien zur Seite.
Die Streithelfer versuchen gemeinsam mit den Konfliktgegnern
eine Lösung des Problems durch Gespräche und Vereinbarungen zu erreichen. In den meisten Fällen sind die StreithelferInnen erfolgreich und können so bereits im Anfangsstadium vor der Eskalation des Konfliktes noch eine Problemlösung erreichen.

Derzeit sind Kinder und Jugendliche noch gewöhnt , bei Konflikten sich an Erwachsene als Schiedsrichter zu wenden oder mit Gewalt
ihre Probleme zu lösen. Das Projekt "Streithelfer" bezieht Kinder und Jugendliche als aktive Beteiligte in der Konfliktlösung mit ein.

Besonders in Hinblick auf die Forderungen nach mehr Mitbestimmung von Kindern und Jugendlichen in ihren sie selbst betreffenden Lebenswelten erweist sich das Projekt als ausgezeichnetes
Beispiel für mehr soziales Lernen und Selbstbestimmung der jungen Menschen.

Vorteile von Konfliktlösung durch Gleichaltrige:

Der Rat und die Hilfe von Gleichaltrigen wird von den
Jugendlichen mehr akzeptiert als von Erwachsenen

Kinder und Jugendliche lernen, daß nicht immer Erwachsene als Schiedsrichter notwendig sind

LehrerInnen lernen sich mehr zurückzunehmen und lassen vorerst die Kinder und Jugendlichen agieren

Es besteht kaum Gefahr, daß von außen (LehrerInnen, Eltern etc.) Strafsanktionen gesetzt werden, wenn sie sich untereinander
einigen können

Die Hilfe von Gleichaltrigen verhindert meist eine Eskalation
des Konfliktes

Kinder und Jugendliche lernen sich in die Situation des anderen
zu versetzen - Soziales Lernen

Besonders Mädchen als Streithelferinnen erhalten mehr Selbstbewußtsein

Die Gewaltbereitschaft nimmt in den Klassen ab

Die Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien geht davon aus, dass
durch geeignete Förderung des Projektes die Selbstregulationskräfte der Kinder und Jugendlichen gestärkt wird und eine Verminderung des Gewaltpotentials an Schulen eintreten wird.

Der Projektbericht ist in der Kinder- und Jugendanwaltschaft Wien unter der Tel Nr. 1708 kostenlos erhältlich..

Rückfragen & Kontakt:

Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (01) 1708

Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien

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