Gehrer: Neue Initiativen zur Umweltförderung an Schulen Bonussystem und Contracting zur Energieeinsparung

Wien (OTS) "Die Zahl der Schulprojekte, die sich mit
Umweltthemen befassen, nimmt kontinuierlich zu. Das zeigt, dass dieses Thema sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern großes Interesse findet. Der Schule kommt bei der Bewusstseinsbildung für Umweltfragen eine wichtige Aufgabe zu, das Unterrichtsministerium fördert diese Entwicklung. Seit 1979 ist Umwelterziehung ein Unterrichtsprinzip. Unser Ziel ist es, dass Umwelterziehung durch tatsächliches Tun an der Schule umgesetzt wird. Das Unterrichtsministerium hat deshalb zahlreiche neue Initiativen zur Umweltförderung gesetzt." Das sagte heute, Dienstag, Unterrichtsministerin Elisabeth Gehrer in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dipl.Ing. Wolfgang Anzengruber, Geschäftsführer der ABB-Industrie- & Gebäudesysteme GmbH. Die Ministerin stellte ein Bonussystem und ein Contracting-Modell zur Energieeinsparung sowie ein Umweltbildungsgütesiegel für Schulen vor. ****

BONUSSYSTEM FÜR ENERGIEEINSPARUNGEN

Vom Unterrichtsministerium wurde ein Bonussystem für Energieeinsparungen für weiterführende Schulen entwickelt. Für die Aufteilung der Finanzmittel für Reinigung und Heizung wurden Kennzahlen (z.B. Energieverbrauch pro Kubikmeter) erarbeitet.
Diese gelten als objektive Maßzahl für die Festlegung des Budgetbedarfs und die Zuteilung von Budgetmitteln. Gehrer: "Die Schule kann autonom entscheiden, wofür sie die bei der Reinigung oder beim Energieaufwand eingesparten Gelder verwenden möchte und in welchem Bereich sie besondere Schwerpunkte setzen will." Ein Pilotprojekt dafür läuft an der AHS Spittal an der Drau in Kärnten. Ziel des Bonussystems ist es, die Schulen zu einem höheren Umweltbewusstsein zu motivieren. Die Einsparungen können für andere wichtige schulische Zwecke verwendet werden.

VERTRÄGE ZWISCHEN SCHULE UND UNTRNEHMEN ZUR ENERGIEEINSPARUNG

Für 46 Bundesschulen (AHS, berufsbildende Schulen und Zentrallehranstalten) werden in den nächsten Wochen mit Wirtschaftsunternehmen Verträge abgeschlossen, mit dem Ziel, Energiekosten zu senken. Die Firmen verpflichten sich, zehn Jahre lang Energiesparmaßnahmen und Investitionen durchzuführen und die Kosten um mindestens 20 Prozent zu reduzieren. "Ein Teil der eingesparten Gelder bleibt an der Schule als Anreiz zur
dauerhaften Senkung der Energiekosten", so die Ministerin.

Ein Beispiel für ein bereits vor zwei Jahren begonnenes Einspar-Contracting ist das Bundesschulzentrum Feldbach in der Steiermark: Dort konnten die Energiekosten um 25 Prozent gesenkt werden. Möglich wurde dies durch die Umsetzung einer Einzelraumregelung für Heizung und Licht, der Optimierung der gesamten Beleuchtungsanlage sowie durch die Installierung eines Monitoring des gesamten Energiebedarfs.

UMWELTBILDUNGSGÜTESIEGEL

Das Unterrichtsministerium erarbeitet derzeit ein Umweltbildungsgütesiegel, um besondere Leistungen von Schulen im Umweltbereich auszuzeichnen. Startphase ist das Schuljahr
1999/2000, bereits ab 2001 sollten die ersten Schulen zertifiziert werden. Gehrer: "Die Auszeichnung soll eine besondere Aufwertung sein, das Bewusstsein für Umweltfragen im Schulbereich aufzeigen und öffentlich die Qualität der Schule ausschildern." Ein Pilotprojekt läuft derzeit an der BHAK/HAS Wien 22 und in fünf Schulen (Hauptschulen und höhere Schulen) in Tirol. Mit Hilfe
eines Computerprogrammes können Lehrer, Schüler oder Schulwarte z.B. Energiebilanzen oder Abfallbilanzen erstellen.

PROGRAMM "ÖKOLOGISIERUNG VON SCHULEN"

Das derzeit umfassendste Programm zur Umwelterziehung ist die "Ökologisierung von Schulen". Das Programm wurde im Schuljahr 1996/97 vom Unterrichtsministerium ins Leben gerufen. Die
Pilotphase an 22 Schulen war sehr erfolgreich. Beispiele für Projekte sind ein deutlich sparsamerer Einsatz von Elektrogeräten, ein verminderter Papier- und Wasserverbrauch und ein ernährungsbewusstes Jausenangebot. Derzeit arbeiten 250 Schulen in allen Bundesländern im Rahmen eines Wettbewerbs an
Umweltprojekten, die mit dem Forum Umweltbildung durchgeführt werden. Kinder der Volksschule Gödersdorf in Kärnten haben beispielsweise einen Gemüse- und Kräutergarten für ihr Pausenbuffet angelegt, eine Hauptschule in Oberösterreich mit
einem Künstler die Klassen nach Themen wie Meer, Indianer, Dschungel u.a. gestaltet.

Bis Ende dieses Jahres wird eine Jury die besten Arbeiten bewerten. Die Preisverleihung findet im Februar 1999 statt. Asea Brown Boveri (ABB), ARA (Altstoff Recycling AG), Wimtec und der Verbundkonzern stellen Geld- und Sachpreise in der Höhe von
460.000 Schilling zur Verfügung. Zusätzlich stiftet ABB auch ein "Energieoptimierungspaket" (Wärme-, Wasserzähler, Bewegungsmelder etc.) im Wert von 40.000 Schilling. "Wir wollen mit der Unterstützung dieses Programms einen ökonomischen Beitrag zum Unterricht leisten", so DI Wolfgang Anzengruber, Geschäftsführer der ABB-Industrie- & Gebäudesysteme GmbH. Bis 2002 sollen sich
1000 Schulen am Programm "Ökologisierung von Schulen" beteiligen. (Schluss)

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