Der Humanfaktor als Beitrag zur Flugsicherheit

IBTA-Treffen in Wien sensibilisiert Vielflieger

Wien (OTS) - Zahlreiche internationale Teilnehmer versammelten
sich am vergangenen Wochenende im Wiener Hotel Marriott zum Halbjahreskongreß der IBTA (International Business Travel Association). Bei der Podiumsdiskussion am Samstag zum Thema "Humanfaktor im Flugverkehr" konnten IBTA-Präsident Germain BIRGEN aus Luxemburg und die Präsidentin der ABTA Hedwig BRANDL hochrangige Vertreter von Fluglinien und zahlreich anwesenden IBTA-Mitglieder begrüßen. Es moderierte ORF-Wirtschaftsredakteur Dr. Eberhard Büssem.

Einig waren sich die Diskutanten darüber, daß das Fliegen trotz der spektakulären Unfälle der letzten Jahre nach wie vor die sicherste Fortbewegungsart darstelle. Die Statistik verzeichne derzeit lediglich einen Absturz in einer Million Starts und Landungen, und diese Zahl solle weiterhin gesenkt werden, betonte AUA-Vorstandsdirektor Mario REHULKA. Insgesamt seien im Vorjahr rund 52 Millionen Starts und Landungen mit 2,7 Milliarden Passagieren weltweit 1,200 Todesfällen aufgrund von Flugzeugabstürzen gegenübergestanden. Allerdings sei nicht immer klar, ob es sich bei den Ursachen für diese Unfälle eher um menschliches oder um technisches Versagen handle. Das Durchschnittsalter von Flugzeugen betrage bei europäischen Qualitätsfluglinien rund 6 Jahre, in den USA rund 18 Jahre. Für die Verbesserung der Flugsicherheit in Entwicklungsländern gebe es ein "Buddy-System" und den Austausch von Know-how zwischen Fluglinien der Industriestaaten und solchen der dritten Welt.

Flugsicherheit beginne stets schon bei der Selektion von Piloten, Bord- und Bodenpersonal, sowie bei deren Aus- und Weiterbildung, erklärten Dr. Walter BOCK, Chefpilot der AUA, und Kapitän Karlheinz BURGER, Leiter Human Factors bei Lufthansa. So gebe es entsprechende Verhaltens- und Reaktionstrainings für jede Situation an Bord, von der Zusammenarbeit in vielfach interkulturellen Teams bis zur Kommunikation mit manchmal schwierigen Passagieren, von der Rauch-und Feuerübung bis zum erweiterten Erste-Hilfe-Kurs speziell für Flugbegleiter. Qualitätsfluglinien stellten jedenfalls die Gewährleistung der Sicherheit vor Fragen der Wirtschaftlichkeit. So werde den notwendigen Erholungsphasen und der Berücksichtigung des Jet-lag sowie der persönlichen Verfassung der Piloten bei der Erstellung von Flugplänen entsprechend Aufmerksamkeit geschenkt, um die Flugsicherheit zu optimieren. Melatonin als Mittel gegen den Jet-lag werde abgelehnt, auch halte sich jeder Pilot an das geltende Alkohol- und Drogenverbot. Das Zusammenspiel von Technik und Mensch sei für die Optimierung der Flugsicherheit von besonderer Bedeutung.

Dr. Robert WOLFGER, Leiter International Relations bei der AUA, berichtete von den Erfolgen von Seminaren gegen die Flugangst. Weiters erörterten die Diskutanten u.a. auch Versicherungsfragen, sowie den Einsatz von psychologisch ausgebildeten "Care Teams" zur psychologischen Betreuung der Angehörigen von Absturzopfern.

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ABTA - Austrian Business Travel Association

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