Gänse müssen am 11. November ihre Federn lassen!

Wien (OTS) - Ob als Martinigansl oder als Stopfleber sollen sie
den Gaumen der Konsumenten kitzeln. Bleibt Ihnen in Anbetracht der tierfeindlichen Haltungsbedingungen nicht doch Löffel im Mund stecken?"

Das Fest des Hl. Martins wird alljährlich am 11. November gefeiert. Der berittene Soldat wurde zum Bischof ernannt, weil die Gänse den Eindringling durch lautes Geschnatter verrieten. Gänse sind daher in der Woche rund um den 11. November eine begehrte Speise und renommierte Lokale setzen "Ganslbraten" oder "Stopfleber" als Delikatessen an erste Stelle ihrer Speisekarte. Daß mit dem Gänsebraten oder besonders der Herstellung von Gänsestopfleber ein tierunwürdiges Martyrium für die Gänse vorausgeht, ist offensichtlich den meisten österreichischen Konsumenten oder Köchen nicht bewußt.

Renate Mayer, Tierhilfswerk Austria: "85 % der in Österreich verkauften Mastgänse (insgesamt 250.000 Stück/Jahr) kommen aus Ungarn oder Polen, aus der Intensivtierhaltung. Sie fristen ihr Leben auf engsten Raum, teilweise sogar in Käfigen. Freie Futteraufnahme ist ein Fremdwort."

Christian Janatsch, Präsident des THWA: "Viel schlimmer noch ist die Herstellung der Gänsestopfleber, die zurecht als "Delikatesse" aus der Folterkammer" bezeichnet werden kann. Mit dem Verkauf von Gänsestopfleber wird das Leid von hunderttausenden Gänsen besiegelt."

Tiere werden oft zu Tausenden in einem Stall unter 24 Stunden Kunstlicht gehalten, um das Freßbedürfnis zu steigern. Mehrmals am Tag wird den Gänsen ein großes Metallrohr in den Schlund geschoben, damit ein Nahrungsbrei, pro Tag mindestens 1200 Gramm gequollener, gesalzener Mais oder Hafer, wird über das Rohr in den Magen eingeführt werden kann. Die zehnfache Futtermenge, die eine Gans normalerweise, unter natürlichen Bedingungen zu sich nimmt. Verletzungen an Schnabel und Speiseröhre sind häufig. Auch Entzündungen und Infektionen der Schleimhäute werden durch schmutzige Stopfrohre verursacht. Antibiotika, die den vorzeitigen Tod der Tiere verhindern, frißt der Konsument gleich mit. Nach drei Wochen ist die Leber auf das 7 bis 10-fache angeschwollen (im Vergleich dazu müßte die menschliche Leber ca.20 kg wiegen). Alle anderen Organe werden erdrückt un= d die Tiere leiden unter großer Atemnot. Der Tod kann nur mehr als Erlösung angesehen werden, wenn den Gänsen nicht schon vorher durch Preßluft der Magen geplatzt ist und sie langsam an Bauchfellentzündung (Peritonitis) gestorben sind oder verbluten.

Renate Mayer: "In Österreich, Deutschland und der Schweiz ist das "Gänsestopfen" verboten, doch sind gerade diese Länder Hauptimporteure von Stopfleber und mitverantwortlich für das Tierleid."

Appell des THWA an die Konsumenten:

· Auf Gänsestopfleber soll prinzipiell verzichtet werden.

· Es sollen nur österreichische Freilandgänse für den "Martini-oder Weihnachtsbraten" gekauft werden, z.B. die "Traunviertler Weidegans". Beim Tierhilfswerk Austria kann eine Bezugsliste von österreichischen Freilandgänsebetrieben anfordert werden.

· Das Tierhilfswerk Austria fordert außerdem in einem offenen Brief die österreichische Regierung (insbesondere Mag. Wilhelm Molterer) auf, sich für ein EU-weites Verbot der Gänse- und Entenzwangsmast einzusetzen.

Nähere Informationen: D.I. Renate Mayer, Tel.: 02243-22 964/14

oder 0664-1843005

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