Pichler: "Insolvenz der Riegerbank Einzelfall"

Reformen im System der Bankenaufsicht müssen aufgetauchte Schwachstellen beseitigen und Vertrauen der Sparer stärken

Wien (PWK) - "Der Fall Riegerbank ist ein absoluter Einzelfall mit einem vermutlich kriminellen Hintergrund. Aus diesem Fall eine allgemeine Verunsicherung der Sparer und Anleger konstruieren zu wollen, entbehrt jeder Realität. Tatsache ist, daß die österreichischen Kreditinstitute ordentlich geführte und ordentlich kontrollierte Unternehmen sind." Herbert Pichler, Syndikus der Bundeskreditsektion der Wirtschaftskammer Österreich verweist darauf, daß die Bilanzsumme der Riegerbank im Vergleich zur gesamten Bilanzsumme der österreichischen Kreditwirtschaft weniger als 1 Promille ausmacht. Er betont auch, daß man aus dem Anlaß Riegerbank wieder darauf hinweisen muß, daß "Angebote mit höheren Renditen in der Regel mit höherem Risiko verbunden sind." Es wäre eine wichtige Aufgabe auch der Konsumentenschützer, angesichts des Marktauftritts zahlreicher neuer Finanzprodukte auf diesen Zusammenhang besonders hinzuweisen. Überdies handelt es sich in Österreich um besonders seltene, schmerzliche, aber auch durch die Fülle von Kontrollmechanismen nicht absolut verhinderbare Einzelfälle, hinter denen offenkundig ein bewußtes Fehlverhalten Einzelner steckt. ****

Dennoch tritt die Kreditwirtschaft im Sinne einer Förderung des Vertrauens der Sparer dafür ein, vorhandene Schwachstellen zu beseitigen. Pichler: "Zuerst müssen die im Fall Rieger aufgetauchten Probleme sorgfältig analysiert werden. Warum haben z.B. die involvierten Wirtschaftstreuhänder die Lücken in der Bilanz nicht erkannt? Warum hat das Vier-Augen-Prinzip und die interne Kontrolle versagt? Warum konnten Bankenaufsicht und Notenbank erst relativ spät eingreifen? In diesen Punkten haben dann Maßnahmen anzusetzen."

Zur Frage der Ausgliederung der Bankenaufsicht meint Pichler: "Uns geht es nicht um Organisationsformen, sondern um Effizienz. Wird ein Mehr an Durchschlagskraft im Verbund mit anderen Maßnahmen erreicht, spricht nichts dagegen. Aufsicht wird aber auch in Zukunft Sache des Bundes sein müssen, die nicht von den Kontrollierten bezahlt werden kann." Vorstellen kann sich der Syndikus auch, daß die Bankprüfungen durch Wirtschaftstreuhänder künftig nach einem bestehenden Rotationsprinzip durchgeführt werden. Bei der Vergabe neuer Bankkonzessionen muß noch entschiedener auf die Vertrauenswürdigkeit der Geschäftsleiter geachtet werden. Pichler: "Wir begrüßen Reformen, wenn sie das Vertrauen des Sparers in die heimische Kreditwirtschaft weiter stärken. Denn das Vertrauen der Sparer und Anleger ist oberstes Ziel aller, die in und für die österreichische Kreditwirtschaft Verantwortung tragen."

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