Insolvenzen stiegen bis Ende September um 43,5 Prozent an

Gewerbe und Handwerk orten enormen Preisdruck als Ursache

St.Pölten (NLK) - Die Zahl der Insolvenzen im niederösterreichischen Gewerbe und Handwerk stieg in den ersten neun Monaten 1998 mit 155 Pleiten gegenüber 108 im Vergleichszeitraum des Vorjahres bzw. um 43,5 Prozent deutlich an. Im Detail sieht die Insolvenzstatistik der ersten neun Monate 1998 wie folgt aus: 155 Insolvenzen, davon 123 Konkurse (Vergleichszeitraum 1997: 95), 27 Ausgleiche (10) und 5 (3) Schuldenregulierungsverfahren. Zum Vergleich: 1997 hatte man sich über den guten Trend noch gefreut, wurden die Insolvenzen 1997 gegenüber 1994 halbiert. Auch im ersten Quartal 1998 bewegte sich die Zahl mit 48 annähernd im niedrigen Schnitt des Vorjahres. Ab dem zweiten Quartal stiegen die Insolvenzen im heimischen Gewerbe aber rapid an.

Zu diesen bereits statistisch fixierten Insolvenzen müsse man aber noch all jene hinzuzählen, "die bereits ihr Eigenkapital aufgebraucht haben und am Rande einer Insolvenz dahinleben", warnte der Obmann der Sektion Gewerbe und Handwerk Niederösterreichs, Kommerzialrat Kurt Trnka. Die Entwicklung sei umso alarmierender, als das Gewerbe die meisten Arbeitsplätze und Lehrstellen sichere. Zu den Hauptgründen für eine Insolvenz zählen der enorme Preisdruck, schlechte Zahlungsmoral und der spürbare Rückgang öffentlicher Aufträge.

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