Vollrechtsfähigkeit der Universitäten

Diskussion mit BM Dr. Caspar Einem an der WU

Wien (OTS) - Die Diskussionsveranstaltung mit dem Wissenschaftsminister findet zu einer Zeit statt, in der die österreichische Universitätsszene nicht über einen Mangel an Bewegung und neuen Ideen klagen kann:

Das Thema "Vollrechtsfähigkeit" wird in diesem Herbst mit neuem Schwung betrieben. Noch im November wird vom Ministerium eine Punktation vorgelegt, aus der dann genauer ersichtlich sein wird, welche konkreten Konturen dieses unbekannte Phänomen "Vollrechtsfähigkeit" haben soll. Die WU wird ja immer wieder (neben BOKU und VMU) als eine der drei Universitäten genannt, die als erste in die "Vollrechtsfähigkeit" entlassen werden sollen. Diese gerne verbreitete Behauptung ist völlig unberechtigt. Die WU hat zwar keinerlei Scheu, sich den Herausforderungen zu stellen, die sich daraus für das Hochschulmanagement ergeben, von Zustimmung zu dieser ministeriellen Absicht kann aber keine Rede sein, da bis dato niemand weiß, was sich hinter dieser Begriffswolke wirklich verbirgt.

Der internationale Druck wächst, auch in Österreich ein dreistufiges Studium (Baccalaureat - Magisterium - Doktorat) einzuführen. Die Universitäten haben gerade erst damit begonnen, die im Rahmen des neuen Hochschulstudiengesetzes erforderlichen Studienpläne auszuarbeiten. Schon droht alles wieder Makulatur zu werden, - wenn Ministerium und Parlament nicht rasch reagieren. Die WU will in der Diskussion mit BM Dr. Einem eine verbindliche Zusage erreichen, daß noch vor Ende des laufenden Semesters klargestellt wird, ob die Einführung eines dreigliedrigen Studiums noch vor dem Jahr 2000 möglich ist. Wenn sinnvolle Bedingungen geschaffen werden, wird die WU sofort damit beginnen, ein völlig neu konzipiertes Studium auszuarbeiten und anzubieten.

Diese zwei Themen sind an sich schon Anlaß genug, den zuständigen Ressortchef zu seinen inhaltlichen Vorstellungen und den Vorstellungen zum zeitlichen Ablauf dieser Vorhaben zu befragen.

Aber an der Wirtschaftsuniversität Wien tut sich darüber hinaus ja noch mehr: Wie anläßlich der 100-Jahre-Feier bekannt gemacht wurde, hat das oberste Leitungsgremium der WU eine Strategische Planung entwickelt. Die WU soll zu einem "Bildungskonzern" werden, der drei Teile unter einem gemeinsamen Dach vereinigen soll: Ein Weiterbildungszentrum, eine (forschungsorientierte) Universität und eine (praxisorientierte) Hochschule. Um dieses für Österreich völlig neue Modell, das von der interessierten Öffentlichkeit äußerst positiv kommentiert wurde, realisieren zu können, braucht die WU allerdings eine politische Entscheidung und den Gesetzgeber. In der Diskussion mit BM Dr. Einem soll geklärt werden, ob und wann die WU damit rechnen kann, eine entsprechende gesetzliche Grundlage für die Errichtung einer Hochschule neuen Typs zu bekommen.

Die Diskussion findet am Mittwoch, dem 11.11. 1998 um 19.00 Uhr im Festsaal der WU (1. Stock Kern B/C) statt.

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Mag. Bibiane Presenhuber
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Wirtschaftsuniversität Wien

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