Dirnberger: Gesundheitsministerin ignoriert Leid geschädigter Patienten

Verschuldensunabhängige Entschädigung von ärztlichen Kunstfehlern gefordert

Wien (OTS) - Der jüngste öffentlich bekanntgewordene Fall ärztlicher Kunstfehler sei Anlaß, daß die Bundesregierung endlich das Leid tausender geschädigter Patienten nicht länger ignorieren dürfe, fordert heute AK-Vizepräsident Alfred Dirnberger (ÖAAB). Dirnberger:
"Trotz Verankerung in ihrer Regierungserklärung hat die Bundesregierung keinen Schritt unternommen, daß Patienten, die Opfer ärztlicher Kunstfehler geworden sind, schnell und unbürokratisch geholfen wird". Die Arbeiterkammer als Konsumentenschützer habe bereits vor Jahren die Erlassung einer Patientencharta, in welcher eine verschuldensunabhängige Entschädigung der Patienten
enthalten ist, verlangt. An der sonst oft sehr schrill agierenden Konsumentenschutzministerin Prammer ist dieses menschliche Leid tausender Patienten bisher spurlos vorbeigegangen. Wo blieb ihre Unterstützung für die Gesundheitsministerin?, fragt Dirnberger.

Hostasch soll Handeln statt Lächeln

Der jüngste Fall ist nur die Spitze eines Eisberges einer Vielzahl von Kunstfehlern. Die geschädigten Patienten sind dabei nicht nur mit körperlichen und in der Folge vielfach psychischen Problemen, sondern of mit jahrelangen Prozessen, konfrontiert.

Dirnberger verweist darauf, daß schon bei der irrtümlichen Kastration eines Patienten vor Jahren die Regierung versprach, für schnelle, unbürokratische finanzielle Hilfe und Entschädigung zu sorgen. "Geschehen ist bisher leider überhaupt nichts", bedauert Dirnberger und verlangt deshalb eine rasche gesetzliche Regelung. Dabei müsse klar sein, daß jene Berufsgruppen, die den Schaden verursachen, auch jene sind, die zahlen.

Hostasch sei mit ihrer Lächel-Taktik an der kalten Schulter der ärztlichen Standesvertreter im Parlament gescheitert, kritisiert Dirnberger das Scheitern der Gesundheitsministerin an den Gesundheitssprechern der Parteien. Dirnberger: "Ich fordere die Gesundheitsministerin auf, die Bremser endlich auszubremsen und die längst überfällige Gesetzesinitiative für eine verschuldensunabhängige Entscheidung der Opfer von Kunstfehlern dem Parlament vorzulegen, damit eine Beschlußfassung noch in dieser Gesetzgebungsperiode erfolgen kann".

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