Zum Matura-Skandal - (Prozess vom 6. November 1998)

Wien (OTS) - Zunächst darf ich daran erinnern, dass es ein ehemaliger - erfolgreicher - Schüler meiner Maturaschule war, der (damals beim "Wiener" tätig) die Grundlagen zur Aufdeckung des Matura-Skandals im April 1994 geschaffen hat. Meine Mitarbeiter und ich konnten ihm damals so manchen Tip geben.

So bedauerlich der Skandal an sich war, darf er im Rückblick doch als ein reinigendes Gewitter betrachtet werden, das letztlich für die heutigen Maturaschüler überaus positive Auswirkungen gezeitigt hat. So wurden vor allem durch tätiges Eingreifen und durch zahlreiche Anregungen des Wiener Stadtschulrats-Präsidenten Dr. Kurt Scholz folgende Verbesserungen geschaffen:

1) Klare Festlegung der Prüfungsanforderungen aller Fächer in sogenannten "Themenkatalogen", an die sich die Prüfer nun tatsächlich halten - gerade damit ist dem früher oft schwungvollen Handel mit Prüfungsfragen die Basis entzogen worden. "Mut zur Lücke", "Konzentration auf das Wesentliche" sind zu Maximen dieser Themenkataloge geworden, die die Prüfungsanforderungen überschaubarer machen.

2) Verdoppelung der Zahl der Prüfungskommissionen - die bis 1994 üblichen stundenlangen Wartezeiten gehören damit der Vergangenheit an.

3) Einführung wöchentlicher Sprechstunden mit allen Prüfern - die Kandidaten können durch persönliche Gespräche schon lange vor der Prüfung ihre allfällige Angst vor einem "anonymen" Prüfer abbauen.

Auch durch andere Maßnahmen hat sich das Klima für die Maturaschüler deutlich zum Besseren gewandelt, was durch eine Verbesserung der Erfolgsstatistiken untermauert wird. So darf gerade diese Form der Reifeprüfung heute als ganz besonders sauber bezeichnet werden - ähnlich der Qualität der österreichischen Weine, denen letztlich erst der Weinskandal zu ihrer heutigen Reputation verholfen hat.

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Dr. Peter Roland
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