Euribor - Neuer Referenzzinssatz für den Euro

Präsentation von Bundeskreditsektion und Financial Markets Association

Wien (PWK) - Anfang 1999 wird Europa eine neue, einheitliche Währung besitzen. Elf Mitgliedsländer der EU werden den Euro einführen. Das Entstehen eines neuen Finanzmarktes benötigt auch neue Referenzzinssätze für die Geld- und Kapitalmärkte. ****

Als zukünftiger kontinentaleuropäischer Referenzzinssatz für verschiedene Finanzinstrumente und Kredite etc. soll ab Anfang 1999 der Euribor (Euro Interbank Offered Rate) zur Anwendung kommen. In einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundeskreditsektion der Wirtschaftskammer Österreich mit der Financial Markets Association und dem Bankenverband wurde heute in Wien, am 6. November, das Euribor-Projekt im Detail präsentiert.

Herbert Pichler, Syndikus der Bundeskreditsektion: "Mit dem Projekt Euribor kann in Kürze ein weiterer Teilbereich für eine solide Euro-Umstellung abgehakt werden. Die Kreditwirtschaft hat sich stets um präzise und kundenfreundliche Rahmenbedingungen bei der Währungsumstellung bemüht, um den Kunden größtmögliche Rechtssicherheit, Transparenz und Vertrauen bieten zu können."

Die Teilnehmerländer an der Währungsunion haben bereits erklärt, den neuen Euribor als Nachfolgesatz für ihre bisherige domestic benchmark rate zu verwenden und zwar sowohl für Neugeschäfte als auch für bestehende Verträge. In Österreich ersetzt der Euribor den Vibor.

Euribor ist der Satz, zu dem Euro Interbanken Deposits von erstklassigen Banken an erstklassige Banken offeriert werden. Ab dem 4.1.1999 werden aus den Meldungen jener 57 Banken, die das größte Geschäftsvolumen innerhalb der EWU-Geldmärkte aufweisen, täglich die Interbankgeldmarktsätze im Euro für 12 Laufzeiten von einem Monat bis zu einem Jahr sowie die Quotierung für eine Woche ermittelt. Dabei werden die 15 Prozent der höchsten sowie die 15 Prozent der tiefsten Quotierungen gestrichen und aus dem verbleibenden Rest das arithmetische Mittel, gerundet auf zwei Dezimalen, ermittelt. Die Berechnung erfolgt auf Basis der aktuell/360 Tage-Konvention. Der Euribor wird täglich um 11 Uhr Brüsseler Zeit durch die Firma Bridge Telerate publiziert. Die erstmalige Veröffentlichung beginnt am 30. Dezember mit Valuta 4. Jänner 1999.

Pichler: "An der Feststellung dieser zukünftigen Referenz nehmen 47 Bankinstitute aus den Ländern der europäischen Währungsunion teil, vier Banken aus weiteren EU-Ländern und sechs internationale Banken. In Österreich werden zwei Banken - die Bank Austria und die ERSTE Bank - in dieser Gruppe vertreten sein."

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