OeNB - OeNB-Präsident Wala über Österreichs wirtschaftliche Chancen in der Wirtschafts- und Währungsunion

Wien (OTS) - Der Präsident der Oesterreichischen
Nationalbank, Adolf Wala, wies anläßlich einer Rede vor dem Printforum 98 über die Erfolge und die Zukunftsperspektiven Österreichs als Wirtschaftsstandort darauf hin, daß die ausgezeichnete wirtschaftliche Lage und die hervorragenden Rahmenbedingungen unserem Land die besten Chancen für wirtschaftliche Prosperität in der bevorstehenden Wirtschafts-
und Währungsunion eröffnen.

Als Österreich begünstigende Rahmenbedingungen stellte der OeNB-Präsident das an der gesamtwirtschaftlichen Stabilität orientierte wirtschaftspolitische Konzept in den Vordergrund,
zu dem die Währungspolitik einen entscheidenden Beitrag
geleistet hat. Ferner wies er auf die konstruktive Rolle der Sozialpartner, auf die unternehmensfreundliche
Steuergesetzgebung, den hohen Ausbildungsstand und die Einsatzbereitschaft der Arbeitnehmer, die hohe Sparquote und
die sich entwickelnden Finanzmärkte hin. Der
Wirtschaftsststandort Österreich, so Präsident Wala, sei durch diese hervorragenden Rahmenbedingungen bestens für die Herausforderungen der Wirtschafts- und Währungsunion gewappnet.

Die Zukunft Österreichs in der Wirtschafts- und
Währungsunion hat nach Ansicht des OeNB-Präsidenten bereits begonnen. Das Euro-Gebiet hat sich, umgeben von
weltwirtschaftlichen Turbulenzen, bereits als stabiler Wirtschaftsraum erwiesen, obwohl die neue Währung erst in rund
zwei Monaten eingeführt wird. Und diese gesamtwirtschaftliche Stabilität ist eine unverzichtbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Positionierung Europas auf den Weltmärkten und
unseres Landes in Europa. Österreich könne sein
wirtschaftliches Wohlergehen aber nur dann sichern, wenn es
sich, aufbauend auf der monetären und fiskalischen Stabilität
der Wirtschafts- und Währungsunion, die Strukturanpassung zu
einer permanent zu erfüllenden Aufgabe macht.

Als für die Stabilität der Währungsunion entscheidende Faktoren nannte Präsident Wala die Abstimmung der Wirtschaftspolitiken zwischen den am Euro teilnehmenden
Ländern, die durch den Mechanismus der wirtschaftspolitischen Koordination in der EU sowie den Stabilitäts- und Wachstumspakt weitestgehend sichergestellt erscheint. Als weiteres
Erfordernis nannte er eine flexible Einkommenspolitik, welche
die unterschiedlichen Produktivitätsentwicklungen
berücksichtigt.

Zu den Wortmeldungen, in deren Rahmen die OeNB und andere Zentralbanken immer wieder gedrängt werden, die nationalen Währungsreserven zur Lösung struktureller Probleme zur
Verfügung zu stellen, merkte der OeNB-Präsident an, daß gerade die Phase des Übergangs und der Bewährung der Währungsunion ein denkbar ungeeigneter Moment ist, über eine Verringerung der Währungsreserven laut nachzudenken. Die Geschichte zeige, wie
rasch währungspolitische Glaubwürdigkeit verspielt werden und
wie teuer das für ein Land werden kann.

Abschließend merkte OeNB-Präsident Wala aus aktuellem Anlaß an, daß die während der letzten Wochen in den Medien negativ genannten Institute für das österreichische Bankensystem weder repräsentativ sind, noch in irgendeiner Weise ein Risiko für
das Bankensystem darstellen. Die Oesterreichische Nationalbank
hat immer rechtzeitig alle ihr zu Gebote stehenden Maßnahmen gesetzt. Mit Blick auf die Zukunft unterstrich Präsident Wala,
daß es sowohl auf eine effiziente Wahrnehmung der Aufgaben
durch die Aufsichtsbehörden als auch darauf ankommt, daß der Gesetzgeber für wirksame und praktikable Vorschriften sorgt.

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