Klimwandel gefährdet Gesundheit WWF fordert Reduktion der Treibhausgase

Wien (OTS) - Der weltweite Temperaturanstieg wird zur weiteren Ausbreitung von übertragbaren Krankheiten führen, die dann auch die industrialisierten Länder nicht mehr verschonen werden. Durch die Kombination von globaler Erwärmung und extremen Wetterphänomenen wird der Ausbruch von Seuchen begünstigt. Besonders Kinder und ältere Menschen sind davon betroffen. Das geht aus einer neuen Studie des WWF (World Wide Fund For Nature) zu den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf die Gesundheit der Weltbevölkerung hervor.

1997 war das wärmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen vor ca. 150 Jahren, und 1998 wurde in jedem Monat von Jänner bis August der bisherige Hitzerekord gebrochen. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend in den Gebirgen. Mit der bisherigen Erwärmung kletterte seit 1970 auch die Nullgradgrenze in den Gebirgen vom 30. nördlichen bis zum 30. Südlichen Breitegrad, um rund 150 Höhenmeter. Rund um den Erdball sind die Gletscher im Schmelzen begriffen und die Verbreitungsgebiete der Pflanzen wandern in die Höhe.

Mit den ansteigenden Temperaturen erweitern auch Insekten, potentielle Krankheitsüberträger, ihr Verbreitungsgebiet. Krankheiten wie Malaria und Dengue Fieber werden heute bereits in hochgelegenen Regionen Asiens, Afrikas und Lateinamerikas festgestellt, in denen sie früher nicht vorkamen. Derzeit sind rund 2 Milliarden Menschen von Malaria bedroht. Kommt es zu einer Verdoppelung des CO2 Konzentration gegenüber dem vorindustriellen Wert, so wird sich das Verbreitungsgebiet der Malaria von derzeit 45% auf 60% der Erde ausdehnen. In besonders heißen und feuchten Perioden wurden in den USA bereits die ersten Malariafälle bekannt. Mit der globalen Erwärmung sind zunehmend Fälle von Malaria außerhalb der tropischen Regionen zu befürchten.

Ebenso breitet sich das Dengue, oder Siebentage Fieber - eine grippeähnliche, oft tödliche Erkrankung, in die Bergregionen aus. Dengue Fieber gehört, aufgrund seines epidemischen Charakters und der fehlenden Impfung, zu den besorgniserregendsten der in großem Maßstab wiederkehrenden Krankheiten.

Verschärft wird die Situation durch die Kombination von globaler Erwärmung mit verstärkt auftretenden, extremen Wetterbedingungen, wie Trockenheit, Überschwemmungen, Stürmen und Großbränden. Diese Phänomene verursachen nicht nur unmittelbar Todesfälle, sondern begünstigen dazu die Ausbreitung von Seuchen, wie z.B. Cholera, Typhus oder Malaria.

Gerade die aktuelle Überschwemmungskatastrophe in Nicaragua läßt erahnen, welche Katastrophen durch den verstärkten Klimawandel zu erwarten sind, so Stefan Moidl, Klimaexperte des WWF.

Angesichts der Bedrohung des Lebens und der Gesundheit von Millionen Menschen fordert der WWF die Teilnehmer an der 4. UN Klimakonferenz in Buenos Aires auf, eine klare Reduktion der Treibhausgase zu beschließen. Nur dadurch, und nicht durch Flucht in "flexible" Mechanismen kann dem Klimawandel entgegengewirkt werden.

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