Prammer: Österreich hat in der Atompolitik richtig gehandelt

Nichtinbetriebnahme des AKW Zwentendorf vor 20 Jahren war richtiger Schritt - andere Staaten folgen Österreichs Beispiel

Wien (OTS) - Österreich hat sich vor 20 Jahren im Rahmen einer Volksabstimmung entschieden, auf Kernenergie aus Atomkraftwerken zu verzichten. "Spätestens seit dem Reaktorunfall in Tschernobyl wissen wir, wie richtig diese Entscheidung war", stellt Konsumentenschutzministerin Barbara Prammer fest, die am 5. November 1998 in St. Pölten die Ausstellung "Widerstand auf Plateausohlen -Volksabstimmung Zwentendorf 1978" eröffnet.

Österreich hat seiner Entscheidung, auf Kernenergie aus Atomkraftwerken zu verzichten, eine Vorreiterrolle in Europa übernommen. Nunmehr folgen auch andere europäische Staaten der österreichischen Entscheidung. "Ein Umdenkprozeß ist in zahlreichen Staaten festzustellen", betont Prammer.

Nach Italien hat sich erst vor 2 Wochen auch die Schweiz für einen geordneten Rückzug aus der Kernenergie ausgesprochen. In Schweden hat das Parlament das Jahr 2010 als Schlußpunkt für die Atomkraftwerke festgelegt und auch Deutschland plant den Ausstieg aus der Atompolitik.

"Das Schweizer Ausstiegskonzept ist ein weiterer wichtiger Schritt für ein atomfreies Mitteleuropa. Das Schweizer Konzept könnte auch für andere Staaten, die derzeit noch Kernkraftwerke betreiben, von großer Bedeutung sein", stellt Prammer fest.

Die Konsumentenschutzministerin hat erst kürzlich Tschechien einen Arbeitsbesuch abgestattet, um über die Atomkraft und den Einsatz alternativer Energieformen zu diskutieren. Im Gespräch mit Ministerpräsident Zeman wurde eine "Österreichisch - Tschechische Energiepartnerschaft" vereinbart. Bei einer Konferenz in Wien Anfang 1999 werden erste konkrete Kooperationsschritte gesetzt, zeigt Prammer auf.

Tschechien wird bis Ende März 1999 ein neues Gesamtenergiekonzept erstellen, in dem auch eine Beurteilung der Atomenergie durchgeführt wird. "Da in diesem Gesamtenergiekonzept auch Fragen der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz berücksichtigt werden, ist eine Energiepartnerschaft mit Tschechien äußerst sinnvoll", so Prammer.

"Österreich hat mit der Nichtinbetriebnahme Zwentendorfs absolut richtig gehandelt und ist mittlerweile Vorbild für andere Staaten. Österreich wird auch weiterhin auf EU-Ebene seine Anti-Atom-Politik zum Schutz der Menschen konsequent fortsetzen", stellt Prammer abschließend fest.

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