KV für Arbeiter im eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe: Salzburg stimmte nicht zu

SALZBURG (OTS). Die Ergebnisse der auf Bundesebene geführten KV-Verhandlungen für die Arbeiter im eisen- und metallverarbeitenden Gewerbe, die eine 3,7%ige KV-Lohnerhöhung und eine 2,5%ige IST-Lohnerhöhung ab 1. Jänner 1999 vorsehen, konnten die Salzburger Metallinnungen bei einer am 2. November stattgefundenen Sitzung
und intensiven Gesprächen nicht übernehmen.

Neben den Salzburger Landesinnungen haben auch jene aus Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland sowie alle Spengler Österreichs und einzelne Innungen (Schlosser, Elektrotechniker, Kraftfahrzeugtechniker) in anderen Bundesländern ihre Zustimmung nicht gegeben.

Bezeichnend für die diesjährigen Verhandlungen auf Bundesebene war, daß mit den Salzburgern insgesamt rund 40% der dem Metallbereich zuzuzählenden Betriebe in Österreich nicht hinter diesem Lohnabschluß stehen.

Den Salzburger Landesinnungen geht es um die Konkurrenzfähigkeit mit dem Ausland und auch darum, daß die Stundenlöhne in den Betrieben für den Konsumenten erschwinglich und zahlbar bleiben müssen.

Bekanntlich ist die Kostenstruktur im Metallgewerbe mit der der Industrie nicht vergleichbar, weil in der Industrie etwa zwei Drittel auf Materialkosten entfallen und ein Drittel auf Personalkosten, im Gewerbe und Handwerk ist es aber gerade umgekehrt. Jede Erhöhung der Personalkosten wirkt sich im Gewerbe und Handwerk wesentlich stärker aus als in der Industrie.

Mit der Ablehnung dieses KV-Abschlusses wollen die Salzburger Landesinnungen den Weg für neue Lohnsysteme und damit für höhere Nettolöhne bereiten. Man will Leistung belohnen und den jungen Mitarbeitern gute Löhne zahlen und dafür eine Reduzierung der Lohnnebenkosten erreichen. Es ist höchste Zeit umzudenken, sonst wird auch der Wirtschaftsstandort Salzburg ernsthaft gefährdet sein.

Die Salzburger Landesinnungen signalisierten bei ihren Gesprächen, mit Ausnahme der Spengler, durchaus Verhandlungsbereitschaft. Sie sehen ein, daß die Inflationsabgeltung (derzeit 0,9%) und ein maßvoller Reallohnzuwachs auch den Mitarbeitern zu gewähren sind.

Jede überzogene Lohnerhöhung wirkt sich aber auf die Konsumentenpreise aus. Und wenn die Aufträge zu teuer werden, sind auch Arbeitsplätze gefährdet. Die Löhne müssen für die Unternehmer leistbar bleiben.

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