2.000 Anfragen beim NÖ Jugendanwalt wegen Gewalt an Kindern

LHStv. Prokop präsentierte Maßnahmenpaket

St.Pölten (NLK) - "Täglich steigt die Zahl der Meldung in den Medien über den Kindesmißbrauch, zuletzt war auch Niederösterreich betroffen. Dies deutet darauf hin, daß die Bereitschaft gestiegen ist, sich beraten zu lassen und über Tabuthemen zu sprechen, wobei nicht unbedingt die Anzahl der Übergriffe gestiegen sein muß", stellte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop zu einer aktuellen Entwicklung fest. In den beiden letzten Jahren habe es bei der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft rund 2.000 Anfragen wegen derartiger Fälle gegeben. Als Reaktion darauf stellte Prokop ein Maßnahmenpaket gegen sexuelle Gewalt an Kindern vor:

Ab kommenden Jahr werden in Niederösterreich die Kinderschutzzentren nach dem Modell des Vereines "Die Möwe" (St.Pölten) ausgebaut. Weitere Kinderschutzzentren sollen in allen Landesvierteln, und zwar in Neunkirchen, in Mistelbach und im Raum Amstetten, eingerichtet werden.

In Krankenhäusern mit Kinderabteilungen werden Kinderschutzgruppen eingerichtet, wo von Mißhandlungen betroffene Kinder nach der medizinischen Betreuung auch noch psychisch versorgt werden.

Der Verein "Die Möwe" bietet betroffenen Kindern und Jugendlichen bei gerichtlichen Verfahren eine psychologische Begleitung an.

Intensiviert werden Fortbildungsseminare für Kindergärtnerinnen und Lehrerinnen, bei denen spezielle Kenntnisse vermittelt werden.

An alle Bevölkerungsteile in Niederösterreich wird appelliert, Zivilcourage zu zeigen und die "Plattform gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen" in den Bezirken und Gemeinden zu unterstützen.

Gefordert wird auch, daß der Bundesgesetzgeber vorsieht, daß straffällig Gewordene nach Verbüßung ihrer Haft unter psychotherapeutischer Kontrolle bleiben.

Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Rechtsanwalt Dr. Max Urbanek unterzeichneten einen Vertrag zwischen Niederösterreich und der NÖ Rechtsanwaltskammer, in dem sich Rechtsanwälte verpflichten, Opfer von sexuellem Mißbrauch unentgeltlich vor Gericht zu vertreten. Bis jetzt haben sich bereits 60 Anwälte gemeldet, die bereit sind, Kindern und Jugendlichen zu helfen. Doch soll diese Hilfe von begrenzter Dauer sein: Dr. Urbanek erinnerte die Bundesregierung an die von Österreich unterzeichnete UN-Konvention über die Rechte des Kindes, Artikel 19, in der sich die Unterzeichneten zu wirksamen Schutzmaßnahmen für Kinder sowie die notwendige Unterstützung verpflichten.

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