Der Beitritt ist keine Einbahnstraße

Umweltpolitik als entscheidender Faktor der Erweiterung

Wien (OTS) - 85 VertreterInnen von Umweltorganisationen aus 28 europäischen Ländern diskutieren im Rahmen einer zweitägigen Konferenz in Wien die Anforderungen an eine nachhaltige ländliche Entwicklung in einer erweiterten Union. Am Donnerstag stellten sich unter anderem der österreichische Umweltminister Martin Bartenstein und der ehemalige Umweltminister der Tschechischen Republik Bedrich Moldan am Podium einer Diskussion mit dem Publikum. Der Freitag stand ganz im Zeichen von Biodiversität Landwirtschaft, Strukturfonds, Verkehr und dem Beitrittsprozeß der Mittel- und Osteuropäischen Staaten. Gemeinsam wurden Strategien erarbeitet, wie dem Niedergang der ländlichen Gebiete entgegenzutreten sei. Nur so könne verhindert werden, daß der ländliche Raum in den zukünftigen EU-Mitgliedsstaaten denselben Prozeß durchlaufen müsse, wie die westeuropäischen Länder. Das stellten die TeilnehmerInnen der Konferenz in ihrer Schlußresolution fest.

Bedrich Moldan, Verhandlungsleiter der Tschechischen Republik für die Umwelt im Beitrittsprozeß, sieht den Beitritt nicht als Einbahnstraße. "Nicht nur die Bewerberländer müssen sich ändern, auch die Europäische Union", stellte er Donnerstag abend fest. Europa stehe einer großen Herausforderung in Richtung mehr Nachhaltigkeit gegenüber, dafür seien die Reduktionsziele von Kyoto ein konkretes Beispiel. Auch die Erweiterung müsse ein wesentlicher Bestandteil dieser Entwicklung sein.

Am Freitag verabschiedeten die VertreterInnen der Umweltorganisationen eine "Wiener Deklaration" an die EU und die Beitrittsländer mit Forderungen nach einer nachhaltigen ländlichen Entwicklung. Erreicht werden soll dies u.a. durch Anpassung der Gemeinsamen Agrar- (GAP) und Kohäsionspolitik, Stärkung der Biodiversitäts- und Änderung der Verkehrspolitik. Außerdem betonten sie, daß die Beitrittsverhandlungen zu einer frühen und strikten Implementierung von EU-Umweltrecht und -politik in den neuen Mitgliedstaaten führen sollen. Doch das allein reiche weder aus, die bestehende Vielfalt der Natur in Mittel- und Osteuropa ausreichend zu schützen, noch die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung zu schaffen.

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